1. Startseite
  2. Lokales
  3. Fürstenfeldbruck
  4. Althegnenberg

Familie will dieses Baudenkmal sanieren

Erstellt:

Von: Andreas Daschner

Kommentare

Das ehemalige Pfarrhaus wurde im Barockstil erbaut, hat aber auch Elemente aus den späten 1950er-Jahren.
Das ehemalige Pfarrhaus wurde im Barockstil erbaut, hat aber auch Elemente aus den späten 1950er-Jahren. © Daschner

Es ist eine bauliche Besonderheit: Das ehemalige Pfarrhaus an der Hochdorfer Straße in Althegnenberg wurde im Barockstil erbaut, hat aber auch Elemente aus den späten 1950er-Jahren. Nun wurde es von einer Familie gekauft, die das Gebäude denkmalgerecht sanieren will. Keine billige Aufgabe.

Althegnenberg – Das Gebäude steht insgesamt zwar gut da, muss aber dennoch innen wie außen saniert werden. Außerdem soll das Dachgeschoss ausgebaut werden. Und nicht zuletzt wird eine Modernisierung der veralteten Heizung angestrebt. Die Kosten für das Gesamtpaket werden laut dem zuständigen Architekten Stephan Bauer auf rund 400 000 Euro geschätzt.

Der Landkreis soll einen Zuschuss geben, weshalb sich die Mitglieder des Ausschusses für Kultur, Freizeit und Sport das Haus bei ihrer diesjährigen Denkmalfahrt angesehen haben und sich über das Projekt informieren ließen.

Der Dachstuhl macht einen gut erhaltenen Eindruck, stellten die Ausschussmitglieder bei der Denkmalfahrt fest.
Der Dachstuhl macht einen gut erhaltenen Eindruck, stellten die Ausschussmitglieder bei der Denkmalfahrt fest. © ad

Der zweigeschossige barocke Bau mit seinem steilen Satteldach wurde 1768 errichtet. Einst gehörte eine kleine Landwirtschaft zum Anwesen. Später wurde das Gebäude nur zum Wohnen genutzt – bis zuletzt vom jeweiligen Pfarrer. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde ein Anbau errichtet. „Doch der wurde in den 1970er-Jahren wieder zurückgebaut“, berichtete Bauer. Die letzte Innenrenovierung habe vor 17 Jahren stattgefunden. Nun hat die Diözese das Gebäude an eine Familie verkauft.

Hier wird die Barockzeit lebendig: Diese schöne Decke soll bei der Sanierung erhalten werden.	Fotos: Daschner
Hier wird die Barockzeit lebendig: Diese schöne Decke soll bei der Sanierung erhalten werden. © ad

Wer das Haus betritt, sieht vom barocken Baustil im Inneren erst einmal nicht viel. Das Treppenhaus wirkt vielmehr recht modern. Warum das so ist, erläuterte Kreisheimatpflegerin Susanne Poller: „Durch die zahlreichen Renovierungen gibt es Elemente, die eigentlich nicht denkmalgerecht sind.“ Diese seien in einer zweiten Bauphase 1958 dazu gekommen. Gerade die Mischung aus barocken und 1950er-Jahre-Elementen mache das Haus zu etwas Besonderem, meinte sie.

Die Barockzeit wird in einem Eckzimmer im ersten Stock lebendig. „Dort ist der Deckenstuck noch in großen Teilen erhalten“, sagte Architekt Bauer. Das gilt es bei der Sanierung zu erhalten.

Dachstuhl ist sehenswert

Kreisbaumeisterin Karin Volk hält auch den Dachstuhl für sehr sehenswert: „Er hat für sein Alter erstaunlich wenige Schäden.“ Das Dachgeschoss erstreckt sich über zwei Ebenen. Die neuen Eigentümer möchten den Bereich ausbauen. Dass die Balken tatsächlich einen sehr gut erhaltenen Eindruck machen, davon machten sich die Ausschussmitglieder ein Bild, als sie die schmalen Stufen in das oberste Geschoss hinaufstiegen.

In einer seiner nächsten Sitzungen muss der Ausschuss des Kreistags nun darüber beraten, inwieweit der Landkreis die Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes bezuschussen wird. Dabei wird laut Poller nicht zuletzt entscheidend sein, ob die Ausschussmitglieder auch die Elemente aus den 1950er-Jahren als bauhistorisch wichtig erachten.

Auch interessant

Kommentare