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„Es wäre ein herber Verlust für uns“, sagt Felix Hochholzer, (l., Sprecher der Hörbacher Landjugend). Wird das neue Feuerwehrhaus auf der Wiese in der Ortsmitte gebaut, müsste die Jugendhütte versetzt werden. 

Treffpunkt muss wohl verlegt werden

Jugend stellt sich schützend vor ihre Hütte

Die Hörbacher Landjugend kämpft um ihre Hütte. Der beliebte Treffpunkt mitten im Ort soll bestehen bleiben. Das Problem ist: Wird dort das neue Feuerwehrhaus gebaut, muss die Hütte versetzt werden.

Althegnenberg Jetzt waren acht junge Hörbacher im Gemeinderat und trugen ihre Bedenken vor. „Es wäre ein herber Verlust für uns. Wir treffen uns dort jeden Tag“, sagte deren Sprecher Felix Hochholzer im Gremium. Der Standort der Hütte sei ein Erfolgskriterium. „Wir sind ein Musterbeispiel an Jugendarbeit, es gibt bei unseren Treffen und Festen keine Ausfälle oder Beschwerden von Anwohnern über Lärmbelästigung.“

Seit 25 Jahren steht die Hütte der Landjugend in Hörbach auf der freien Wiese mitten im Ort. Knapp 25 Hörbacher zwischen 15 und 27 Jahren sind es, die zur Gruppe dazugehören. Ein eingetragener Verein ist man nicht. Das kleine Holzhäuschen ist geräumig, auf den Couchen kann man es sich gemütlich machen, es gibt einen gemauerten Kamin und einen Holzofen, der vorwiegend mit dem Holz von alten Maibäumen beheizt wird. Die Jugendlichen kümmern sich um alles selbst.

Vor der Hütte steht eine Tischtennisplatte, dahinter das Holzlager. Im Sommer findet viel draußen statt, die Grillabende sind legendär, das Hüttenfest immer ein Höhepunkt des Jahres für das ganze Dorf. Im Winter trifft man sich drinnen, es gibt Spiele-Abende, es wird zusammen Fußball geschaut oder einfach nur geratscht.

„Das ist die letzte gemeindliche Grünfläche hier“, erzählt Felix Hochholzer im Tagblatt-Gespräch. „Wir von der Landjugend haben einen großen Anteil am Dorfleben, über uns gibt es keine Beschwerden.“ Die Hütte sei für viele das „zweite Wohnzimmer“ und soll unbedingt erhalten bleiben. Der Standort sei perfekt.

Wenn die Hütte versetzt werden muss, dann einige Meter weiter nach hinten in die Wiese. Doch erst einmal wäre die Landjugend heimatlos. „Wir stellen uns das eben nicht so einfach vor“, sagt Hochholzer. Man befürchtet, dass die Gemeinschaft zerbricht, wenn es zu lange dauert, bis die Hütte versetzt worden ist und der Betrieb weitergehen kann. Eine wochen- oder gar monatelange Pause wäre das Schlimmste.

Wobei die Jugendlichen immer wieder betonen: „Wir sind nicht gegen die Feuerwehr, es ist klar, dass sie etwas Neues braucht.“ Doch sollten zuerst alle Möglichkeiten abgeklopft werden, bevor eine Entscheidung gefällt wird.

Im Gemeinderat hatte Bürgermeister Paul Dosch (WG/BI) betont: „Auch für uns hat die Hütte einen hohen Stellenwert.“ Falls das Gremium sich in Sachen Hörbacher Feuerwehr für diesen Standort entscheiden sollte, werde trotzdem „ein Umfeld für die Hütte auf diesem Grundstück da sein“. Es werde keine monatelange Pause geben. Das versetzen könne in einer Woche über die Bühne gehen. Auch Jugendreferent Alexander Rasch (DG Hörbach) sagte: „Ich tue alles, damit die Jugendhütte bestehen bleibt. Wir schaffen das miteinander.“

von Stephanie Hartl

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