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Das alte Feuerwehrhaus von Hörbach soll abgerissen werden. 

Außerordentliche Bürgerversammlung

Hörbacher Feuerwehrhaus erhitzt Gemüter

Das Feuerwehrhaus von Hörbach ist ein Publikumsmagnet: Zur außerordentlichen Bürgerversammlung der Gemeinde Althegnenberg kamen über 200 Zuhörer. Einen Konsens fanden sie erwartungsgemäß nicht.

Althegnenberg Die Bürgerversammlung war mittels einer Unterschriftenaktion seitens einiger Bürger eingefordert worden. Das nötige Quorum von fünf Prozent der 1544 Wahlberechtigten war locker geschafft worden. Die Bürger wollten hören, welche Standorte, Varianten und Kostenschätzungen Rathauschef Paul Dosch von seinem Stellvertreter Rainer Spicker (beide WGBI) und dem Architekten Helmut Hilscher junior präsentieren ließ. Dass die Hörbacher Feuerwehr ein neues Gerätehaus braucht, ist seit vielen Jahren bekannt. Schon 1997 erwarb die Gemeinde das Grundstück in der Dorfmitte – bestehend aus zwei Flurnummern –, das jetzt als einer von vier Standorten vorgestellt wurde. Im Jahr 2007 landete ein Antrag auf Renovierung und Ausbau des Feuerwehrhauses in der Gemeinde.

Passiert ist danach lange nichts, erst 2016 kam wieder Bewegung in die Sache, als ein Arbeitskreis gegründet wurde. Doch der kam nur selten zusammen. 2017 fand eine gemeinsame Veranstaltung mit den beiden Feuerwehren statt. Ihre Zusammenlegung – denn die Althegnenberger brauchen auch ein neues Haus – wurde dabei abgelehnt.

Dann kam das Thema in den Gemeinderat und Planungsvarianten wurden erarbeitet, unter anderem für das freie Gemeinde-Grundstück in der Dorfmitte, von der Feuerwehr favorisiert. Variante eins ist ein 20 mal 11,50 Meter großer Baukörper mit einem Obergeschoss. Oben wären 120 Quadratmeter frei, die als Wahllokal, für Versammlungen oder von Vereinen genutzt werden könnten. Kosten: 909 000 Euro.

Bei der nächsten Variante ändert sich nur der Standort, so dass das alte Feuerwehrhaus nicht abgerissen werden müsste und die Jugendhütte ihren Platz nahe der Straße behält und nur etwas versetzt werden müsste. Das Gebäude selbst ist lediglich gespiegelt gegenüber Variante eins. Kosten: 913 000 Euro.

Auch eine Möglichkeit ist ein eineinhalbgeschossiger Bau von 17 mal 14,50 Metern. Dabei fällt die Raumreserve weg. Kosten: 877 000 Euro.

Ein rein erdgeschossiger Bau (21,5 mal 11,75 Meter) als eine weitere Variante ohne Raumreserve würde 902 000 Euro kosten. Architekt Hilscher stellte zudem einen Anbau einer Fahrzeughalle ans Alte Schulhaus vor. „Doch das wird sehr eng“, so der Planer. Probleme ergeben sich zusätzlich beim Innen-Ausbau vor allem durch die Holztreppe. Die Kosten hierfür liegen bei 1,1 Millionen Euro – wobei auch mit erhöhten Nebenkosten zu rechnen ist aufgrund der Bausubstanz des Gebäudes.

Zwei Grundstücke am Ortsrand, eines direkt am Ortsausgang Richtung Althegnenberg, hat man ebenfalls ins Auge gefasst. Die Kosten für einen Neubau liegen bei knapp 900 000 Euro, allerdings gehören die beiden Grundstücke nicht der Gemeinde, sprich es stehen zuerst Verhandlungen mit den Eigentümern an, mit einem wohl ungewissen Ausgang bei einem der beiden Standorte. Außerdem kommen die Kosten für den Erwerb der Fläche noch dazu. Ein weiteres Manko ist der längere Weg für die Einsatzkräfte. Bei einem Grundstück liegt auch noch kein Baurecht vor, das würde das Ganze wohl um ein weiteres Jahr verzögern.

Nach gut drei Stunden, wobei in der letzten Stunde die Bürger zu Wort kamen (siehe Kasten), beendete Dosch die Versammlung mit dem Hinweis, dass in der Gemeinderatssitzung am heutigen Donnerstag eine Entscheidung fallen wird. Bürgermeister Dosch: „Weiterschieben ist auch keine Lösung. Irgendwann müssen wir entscheiden.“ (gog)

Zum Thema Hochwasser und Jugendhütte

Die Diskussion ging hin und her. Toni Kistler, Nachbar des Grundstücks von Variante eins, kritisierte die Größenordnung: „Sollte der Neubau so enorm groß kommen, werde ich dagegen vorgehen.“ Wolfgang Friedl bezweifelte, dass das Thema Hochwasserschutz eingehend geprüft wurde. Laut Wasserwirtschaftsamt (WWA) sei die Lage am Sandbrunnenbach kein ermitteltes Überschwemmungsgebiet, erklärte Bürgermeister Paul Dosch: Es sei geraten worden, die Bebauung hochwasser-angepasst auszuführen. Toni Dreher, Nachbar vom Standort Altes Schulhaus, warnte davor, dass eine Klage am Verwaltungsgerichtshof das Projekt um Jahre verzögern würde: „Wir wollen doch jetzt ein Feuerwehrhaus.“ Zudem solle der Ortskern mit der Wiese – Standort eins – erhalten bleiben. Kreisheimatpfleger Toni Drexler ergänzte: „Das ist eines der obersten Gebote der Dorferneuerung: dass Grünflächen mitten im Ort erhalten bleiben.“ Gemeinderat Klaus Kinader befürchtete, dass die Jugendhütte bei einer Versetzung nicht mehr angenommen wird: „Wenn die Wiese bebaut wird, ist bei keiner Variante eine freie Entfaltung für die Jugend mehr möglich.“ Albrecht Oswald, seit 35 Jahren bei der Hörbacher Wehr, plädierte für einen kleineren Baukörper: „Eine Raumreserve muss nicht sein, und das alte Haus muss dann nicht abgerissen werden.“ Altbürgermeister Helmut Hilscher betonte im Hinblick auf eine Zusammenlegung der Wehren: „Das wäre wohl sinnvoll, aber jede Wehr hat das Recht, selbstständig zu bleiben. (gog)

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