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In Althegnenberg

Lärmschutzwand soll Baugebiet von der Bahn abschirmen

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Die Planungen für das neue Baugebiet „Erweiterung Graf-Dux-Straße“ in Althegnenberg gehen voran. Die 240 Meter lange und bis zu fünf Meter hohe Lärmschutzwand ist beschlossene Sache.

Althegnenberg44 Wohneinheiten sollen dort auf dem Gelände südlich der Bahn entstehen. Architekt Frank Reimann stellte jetzt im Gremium den überarbeiteten Plan vor. Bereits im August und im Dezember des Vorjahres war der Architekt zu Gast gewesen. Das Thema Lärmschutz hatte viel Arbeit gemacht und Zeit gekostet. Denn es ist eine Lärmschutzwand nötig – und zwar auf einer Länge von 240 Metern.

Neu zur ursprünglichen Planung ist, dass diese Wand nun parallel zur Bahn verläuft und nicht, wie anfangs geplant, einen Knick macht und entlang der äußeren Grundstücke im östlichen Bereich verläuft. Somit ist auch für eine mögliche spätere Vergrößerung des Baugebietes Spielraum gegeben.

Die ersten 60 Meter ist die Wand drei Meter hoch, dann wird sie auf fünf Meter anwachsen. Ob sie aus Holz oder Beton gefertigt wird, entscheidet sich erst im Rahmen der Ausführungsplanung.

Im Norden des Baugebiets sollen ein Kinderspielplatz sowie öffentliche Parkplätze entstehen. Im Süden muss ein Regenrückhaltebecken geschaffen werden. Noch offen waren vor der Gemeinderatssitzung Gebäudetyp und Dachformen. „Es gibt immer wieder neue Bauformen und es wird immer schrecklicher“, fand Dritter Bürgermeister Ludwig Schmid (CSU).

Während Marianne Dunkel (SPD) meinte, dem könne man ja einen Riegel vorschieben, wollte Klaus Kinader (SPD) die künftigen Bauherren nicht zu sehr einschränken. Norbert Scholz (CSU) forderte indes, höher bauen zu lassen: „Wir reden immer von knappen Wohnraum und Nachverdichtung. Wäre es nicht möglich, so bauen zu lassen, dass Einliegerwohnungen mit drin sind?“ Das ist aufgrund des Lärmschutzes aber nicht möglich.

Markus Hörmann, Bauamtsleiter der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Mammendorf, gab zu bedenken: „Man muss überlegen, ob man den Bürger alles bauen lässt. Eine Ortsplanung und der freie Wille des Bauherrn passen nicht immer zusammen.“ Man dürfe nicht vergessen, dass das „unsere Orte über Jahrzehnte hinweg prägt“. Auch Manfred Christoph (WG/BI) fand: „Wir sollten schon auf unser Ortsbild schauen.“

Man habe sich jetzt zwei Jahre lang mit dem Thema Lärmschutz befassen müssen, sagte Bürgermeister Paul Dosch (WG/BI): „Wir müssen vorwärts kommen, damit wir endlich ins Verfahren gehen können.“ Er habe bereits 40 Anmeldungen von interessierten Bauwerbern im Rathaus vorliegen. „Da fragt gerade keiner, welchen Haustyp darf ich bauen. Die wollen nur endlich bauen.“

Man einigte sich schließlich bei zwei Gegenstimmen darauf, dass eine Bebauung mit Erdgeschoss plus Dachgeschoss zulässig sein wird. Am Ortsrand im Osten ist Erdgeschoss plus erster Stock erlaubt. Die Parzellen mit Hanglage am südlichen Rand dürfen Unter-, Erd- und Dachgeschoss haben. Bei den Dachformen ist eine Mischform zulässig (Sattel oder Walmdach). Für begrünte Flachdächer gab es nur vier Befürworter. Doppelhäuser sollen zulässig sein, Voraussetzung ist, dass miteinander gekauft und gebaut wird.

Christoph hatte den Antrag gestellt, dass das Verbot von Thujenhecken herausgenommen wird: „Das können wir ja doch nicht umsetzen.“ Wenn man es streiche, würden aber nur Thujenhecken gepflanzt, gab Kinader zu bedenken. In unzähligen Sitzungen in elf Jahren habe man das Thema Thuje nun besprochen. „Wer es machen mag, macht es sowieso.“

Am Ende blieb das Verbot im Beschluss. Christoph hatte nur zwei Mitstreiter gefunden. Gegen die Lärmschutzwand votierten drei Räte, die einen Wall favorisiert hatten. Für den Entwurf von Architekt Reimann fiel das Votum einstimmig aus.

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