Musikalisches Hochamt: Andreas Rebers und die Wellkür en präsentieren beim Jubiläumsabend ihre Version der Bergpredigt. Und bestimmt nehmen sie auch die Mitglieder des Fördervereins ins Gebet.

Verein besteht seit 25 Jahren

Montagsbrettl: Förderer feiern Geburtstag

Das Hörbacher Montagsbrettl, gegründet 1975, ist seit langem über die Landkreisgrenzen hinaus bekannt. Ohne seinen Förderverein wäre die Geschichte der Kleinkunstbühne allerdings schon nach knapp 20 Jahren beendet gewesen. Heuer kann der „Hörbacher Montagsbrettl e.V.“ sein 25-Jähriges feiern.

Althegnenberg„Anfang der 1990er-Jahre steckten wir in einer Krisensituation“, erinnert sich Toni Drexler (70), Gründer des Montagsbrettls. Gemeinsam mit seinem Bruder Jakob organisierte er seit 1975 die Auftritte der Künstler in Eigenregie. „Wir betrieben das Brettl auf eigene Kosten, und zu dieser Zeit ging das einfach nicht mehr“, erzählt Toni Drexler. „Die Nebenkosten für die GEMA und Künstlerversicherungen wurden immer höher.“

Außerdem entstanden damals in vielen Orten im Landkreis eigene Bühnen für Kleinkunst und Kabarett. „Wir verloren dadurch unser Alleinstellungsmerkmal“, sagt der Rentner. Auch in der Jugend habe es zu Beginn der 1990er-Jahre einen Umbruch gegeben. „Die jungen Leute konnten mit Kleinkunst nicht mehr so viel anfangen. Deshalb sanken die Zuschauerzahlen“, erklärt Drexler.

Schließlich hatten Toni und Jakob Drexler sogar ans Aufhören gedacht. Doch bevor es so weit kam, hatten sie doch noch die rettende Idee: Im Januar 1993 gründeten die beiden Brüder gemeinsam mit 20 Kleinkunst-Freunden den „Förderverein Hörbacher Montagsbrettl“. Der gemeinnützige Verein hatte nach kurzer Zeit bereits 150 Mitglieder. Mithilfe der finanziellen Zuschüsse konnte nun einiges für die Bühnen-Ausstattung erworben werden, unter anderem Ausrüstung für Ton und Licht.

2001 sah sich das Montagsbrettl allerdings erneut einem Problem gegenüber: „Das Finanzamt beanstandete, dass mein Bruder und ich weiterhin als Veranstalter des Brettls eingetragen waren“, erinnert sich Drexler. In Zukunft sollte der Verein als Veranstalter des Brettls auftreten, nicht mehr nur als Förderverein. Um das zu erreichen, musste allerdings die Vereinssatzung geändert werden. Dafür benötigte Drexler die Zustimmung aller inzwischen 200 Mitglieder.

Nach Papierkrieg war die Existenz gesichert

„Wir schickten an jedes Mitglied ein Anschreiben, in dem wir um eine Einverständniserklärung baten“, erklärt Drexler, der heute noch als Erster Vorsitzender des Vereins fungiert. Erst nach monatelangem Papierkrieg waren Ende 2001 alle Unterschriften gesammelt – und die Satzung konnte endlich geändert werden. Seitdem ist der „Hörbacher Montagsbrettl e.V.“ der Träger und Veranstalter des Brettls.

Die Finanzierung mithilfe der Mitgliederbeiträge habe sich mittlerweile bewährt, so Drexler. Einzelmitglieder zahlen jährlich 19 Euro, Familienmitglieder 26 Euro. Als Gegenleistung bekommen die Mitglieder das Jahresprogramm in gedruckter Form zugeschickt. Bei besonders beliebten Vorstellungen gibt es auch ein Vorverkaufsrecht für Mitglieder.

Das 25-jährige Bestehen des Vereins feiert das Brettl mit einem Jubiläums-Abend am Sonntag, 6. Mai. Andreas Rebers und die Wellküren werden im Gasthof Eder in Hofhegnenberg ihre Version der biblischen Bergpredigt präsentieren. Die Veranstaltung ist für die 203 Mitglieder reserviert. Falls noch Restkarten übrig sind, kann man diese eine Woche vor der Vorstellung kaufen. (kaw)

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