Josef Schmid war 40 Jahre Ortsobmann von Kottgeisering. Zum Ehrenabend in Hörbach kam er mit Ehefrau Gertrud.

Ehrenabend in Hörbach

Ortsobmänner und Ortsbäuerinnen erinnern sich

Ortsbäuerinnen und Ortsobmänner sind die Basis ihres Berufsstandes und unverzichtbare Stützen von Kreisbäuerin und Kreisobmann. In Hörbach wurden kürzlich verdiente und langjährige Mitglieder des Bayerischen Bauernverbandes (BBV) geehrt. 

Althegnenberg  – Kreisobmann Georg Huber und Kreisbäuerin Karin Sepp freuten sich über rund 170 Gäste, die der Feierlichkeit beiwohnten. „Heute werden wir keine Grundsatzreden halten, heute wird nicht geschimpft oder lamentiert, heute wird einfach gefeiert“, sagte Huber.

Auf 15 Jahre Ehrenamt blickt Ortsbäuerin Elfriede Hartl aus Thal zurück. Ihr Mann Johann begleitete sie. fotos: Kiener

Einer der Geehrten war Josef Schmid aus Kottgeisering. Er blickt auf eine 40-jährige Zeit als Ortsobmann zurück: „Ich bin mit 28 Jahren Ortsobmann geworden und war damals einer der Jüngsten“, erzählte er. In seine Zeit fiel auch die Wiedervernässung des Ampermooses, die fast 20 Jahre gedauert hat. „Das brachte viel Arbeit und recht viele Veranstaltungen mit sich“, erinnerte sich der 68-Jährige.

Doch Schmids Engagement beschränkte sich nicht auf die Landwirtschaft. Er war 30 Jahre Mitglied im Kottgeiseringer Gemeinderat, davon zwölf Jahre stellvertretender Bürgermeister. Rückblickend sagte er: „Es ist eigentlich immer gut gelaufen, auch weil ich immer einen guten Kontakt zur Geschäftsstelle des BBV pflegte.“

Elfriede Hartl aus Thal bei Überacker hat schon 15 Jahre als Ortsbäuerin hinter sich, und sie will die 20 Jahre Ehrenamt gerne noch vollmachen. „Beim Landfrauentag vor zehn Jahren stellten wir das Gemeindegebiet Maisach vor – das war ein richtig schönes Erlebnis, als alle Ortsbäuerinnen ihre Heimatgemeinden vorstellten.“ Noch heute freut sie sich, dass diese Gemeinschaft immer noch und sogar Generationen übergreifend funktioniert. Doch es gibt auch einiges, was ihr und auch den Landwirten stinkt, wie sie betonte. „Wir werden oft als Tierquäler oder Umweltzerstörer an den Pranger gestellt – unser Image in der Öffentlichkeit lässt oft zu wünschen übrig“, sagte sie. Dabei liege doch gerade den Landwirten das Tierwohl und die Umwelt besonders am Herzen.

Ein Begebenheit, die sich den Biburger Landwirten Anton Ludwig und Georg Schwojer besonders eingeprägt hat, ist ein geplanter Gasleitungsbau. „Seinerzeit, es wird wohl 15 Jahre her sein, haben die einfach unsere Äcker abgesteckt, ohne dass wir davon wussten“, erzählten sie kopfschüttelnd. Das Erdgasprojekt wurde zwar letztlich nicht in die Tat umgesetzt und Grunddienstbarkeiten mussten nie bestellt werden, aber: „Damals wie heute sind wir einfach froh, wenn wir den BBV bei juristischen Belangen um seine Einschätzung fragen können.“

Bei dem Abend wurden noch zwei besonders engagierte Menschen geehrt: die ehemalige Kreisbäuerin Gabi Waldleitner und der ehemalige Kreisobmann Johann Drexl. Sie wurden zu Ehrenkreisbäuerin und Ehrenkreisobmann ernannt, und es wurde deutlich, dass das mehr als eine Formalie ist. Kreisobmann Georg Huber sagte: „Bevor ich Kreisobmann wurde, wusste ich gar nicht, wie aufwändig dieses Ehrenamt letztlich ist. Wir sagen euch Danke für eure langjährige Arbeit.“ 

von Angi Kiener

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