Baulicht Polizeiauto
+
Über 15 Anrufe wegen Ruhestörung waren bei der Brucker Inspektion eingegangen.

Bürgermeister wünscht sich Konsens

Party-Zoff: Landjugend von Althegnenberg hadert mit Nachbarn

  • Eva Strauß
    vonEva Strauß
    schließen

Die Landjugend Althegnenberg ist frustriert. Eigentlich will sie Leben ins Dorf bringen, doch das kommt nicht bei allen gut an. Immer wieder hagelt es Beschwerden, dass die Musik bei ihren Veranstaltungen zu laut sei. Dabei wenden sich die Leute aber nicht an den Verein, sondern gleich an die Polizei.

Althegnenberg – Es sollte ein schöner Abend werden. Gemeinsam mit „Radio Hennaberg“ hatte die Landjugend am ersten Septemberwochenende ein kleines Open- Air auf dem Sportplatz organisiert. „Radio Hennaberg“, das sind zwei Althegnenberger, die während des Lockdowns im Ortszentrum Musik aufgelegt hatten – zur Unterhaltung der Bürger. Das Open-Air war genehmigt und sollte nicht länger als 22 Uhr dauern. Aber es kam anders – wieder einmal.

„Gegen 21.30 Uhr rückte die Polizei an“, berichtet Benedikt Wex, Vorsitzender der Landjugend. Über 15 Anrufe wegen Ruhestörung waren bei der Brucker Inspektion eingegangen. „Die Beamten sagten, sie verstünden gar nicht, warum sie hier seien. Es sei ja schließlich noch nicht 22 Uhr“, erzählt Wex weiter. Die Stimmung sei danach auf jeden Fall hinüber gewesen, und das Open-Air wurde um 21.45 Uhr beendet.

Benedikt Wex: „Wir sind echt frustriert“

Benedikt Wex, Chef der Landjugend.

„Wir sind echt frustriert“, sagt Wex, der seit vier Jahren Vorsitzender der Landjugend ist. Zumal es nicht das erste Mal gewesen sei, dass Leute ihnen die Polizei vorbeigeschickt hätten. „Am Anfang war das nicht so, aber seit 2018 mehren sich die Beschwerden“, so der 22-Jährige. „Die vermiesen es uns total, überhaupt noch etwas zu machen.“

Besonders schade findet Wex, dass nicht einmal das Gespräch mit ihnen gesucht werde. „Die Leute müssten uns sagen, was wir in ihren Augen falsch machen. Wir wissen es ja gar nicht.“ Die Landjugend habe durchaus Verständnis dafür, dass sich manche durch die laute Musik gestört fühlen. Man sei auch bereit, die Musik leiser zu machen und mehr Rücksicht zu nehmen – aber dafür müssten die Leute mit ihnen reden. Auf ihren Flyern stehe immer ein telefonischer Kontakt.

Benedikt Wex möchte wirklich gerne mit den Anwohnern, die sich gestört fühlen, ins Gespräch kommen. „Diese sollen sich bitte bei der Gemeinde melden, sodass wir miteinander eine vernünftige Lösung suchen können“, sagt der Vorsitzende.

Bürgermeister Rainer Spicker: „Man muss einen Konsens finden, ein Miteinander hinkriegen“,

„Man muss einen Konsens finden, ein Miteinander hinkriegen“, sagt auch Bürgermeister Rainer Spicker. Ihm selbst mache die laute Musik nichts aus, aber er könne nachvollziehen, dass sich manche gestört fühlen. „Allerdings scheint man bei uns in dieser Hinsicht sehr intolerant zu sein“, meint der Rathauschef und verweist auf Feste in den Nachbarorten, bei denen es kaum bis gar keine Beschwerden gebe.

Eine mögliche Erklärung für die vielen Beschwerden bei dem Open-Air sieht Spicker in mangelnder Information. Die Landjugend habe die Veranstaltung nur über Facebook und einzelne Plakate beworben. „Viele haben gar nicht gewusst, was überhaupt los ist, wo das Ganze ist und wie lange es dauert“, meint Spicker. Er habe der Landjugend geraten, künftig besser zu informieren.

Der Bürgermeister würde es bedauern, wenn die Landjugend nichts mehr auf die Beine stellen würde. Schließlich brächten sie Kultur und Leben in den Ort mit ihren Veranstaltungen wie Glühweinfest, Osterfeuer und Wiesn-Anstich. Spicker wünscht sich deshalb, „dass man gegenseitig Verständnis aufbringt und hin und wieder auch mal ein Auge zudrückt, wenn es laut wird“.

Weitere Nachrichten aus der Gemeinde Althegnenberg finden Sie hier.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare