ine gute Idee wird prämiert: Die Agro-Photovoltaikanlage Althegnenberg in Althegnenberg wurde mit dem des Energiepreises des Bayernwerks ausgezeichnet. 
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Eine Idee wird prämiert: Die Agro-Photovoltaikanlage Althegnenberg in Althegnenberg wurde mit dem des Energiepreises des Bayernwerks ausgezeichnet. 

Althegnenberg

Stromerzeugung und Landwirtschaft gleichzeitig: Viel Lob für die erste Agro-Photovoltaik-Anlage

  • Andreas Daschner
    VonAndreas Daschner
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Meilenstein, Leuchtturmprojekt, einfach genial: Mit Superlativen wird die erste Agro-Photovoltaikanlage Deutschlands in Althegnenberg beschrieben. Nun wurde das Projekt, das von einem Schüler erdacht wurde, mit dem Energiepreis des Bayernwerks ausgezeichnet.

Althegnenberg – Strom erzeugen und gleichzeitig Landwirtschaft betreiben – in diesem Fall sogar Bio-Anbau – ist auf der Fläche nahe der Bahnlinie in Althegnenberg möglich. Ausgedacht hat sich das Konzept Raphael Gaag, ein Schüler der Beruflichen Oberschule (BOS) Friedberg, im Rahmen einer Projektgruppe um Lehrer Thomas Rebitzer. Ausgerechnet an der Verleihung des Energiepreises konnte der findige Schüler allerdings nicht teilnehmen. Er schrieb just in dem Moment eine Prüfung – passenderweise im Fach Bio-Physik.

Für ihn waren Mutter Elke Gaag sowie Rebitzer gekommen. „Das Konzept ist genial einfach, einfach genial“, sagte Rebitzer. Auf der Ackerfläche der Eigentümer Ludwig Neuner und Maria Widemann wurden Photovoltaikmodule aufgestellt, und zwar im Abstand von 13 Metern. „Das ist die nötige Fahrbreite für Landwirtschaft“, erläuterte Rebitzer. Die Module selbst sind verstellbar, was gleich in zwei Punkten innovativ und zukunftsweisend ist.

Module folgen dem Sonnenstand

Zum einen folgen die Module dem Sonnenstand, was den Stromertrag laut Rebitzer um 15 bis 30 Prozent steigert. Zum anderen können die Module auch senkrecht gestellt werden, damit Bio-Landwirt Martin Gastl, der die Fläche gepachtet hat, genügend Platz hat, mit seinen landwirtschaftlichen Fahrzeugen und Geräten durchzufahren. So ist das Solarfeld gleichzeitig ein Acker, auf dem Getreide; Mais oder Kartoffeln angebaut werden können.

Und noch zwei positive Nebeneffekte kommen dazu: Die Solarmodule werfen Schatten. So sind die Feldfrüchte nicht ständig der prallen Sonne ausgesetzt. Das steigert den Ertrag. Und direkt unter den Modulen, wo Landwirt Gastl mit seinen Maschinen ohnehin nicht hinkommt, werden Biotope mit verschiedenen Beeren und anderen Früchten angepflanzt.

Die Regierungspräsidentin von Oberbayern, Maria Els sieht in Innovationen wie dieser Anlage die „Weichenstellung, die wir brauchen, um die Energiewende zu schaffen“. Fläche sei nicht beliebig vermehrbar, mit der Kombination aus Stromerzeugung und Landwirtschaft habe man einen klaren Mehrwert. Für sie ist die Erfindung der BOS-Projektgruppe damit ein Leuchtturmprojekt.

 Bei der Ehrung dabei waren (v.l.) Markus Leczycki (Bayernwerk), Thomas Rebitzer (BOS Friedberg), Elke Gaag (Mutter des BOS-Schülers, der die Anlage kreierte und wegen Prüfung verhindert war), Regierungspräsidentin Maria Els, Bürgermeister Rainer Spicker und Vize-Landrätin Martina Drechlser. 

Fürstenfeldbrucks stellvertretende Landrätin Martina Drechsler sprach von einem Meilenstein auf dem Weg zum Ziel, den Landkreis ausschließlich mit regenerativen Energien zu versorgen. „Es geht, man muss es nur tun.“ Auch Althegnenbergs Bürgermeister Rainer Spicker sieht in der Anlage nur Positives: „Wir müssen die Energiewende vorantreiben, aber nicht auf Kosten der landwirtschaftlichen Flächen“, sagte er. Die Agro-Photolvoltaikanlage sei dabei ein guter Konsens.

Die Gesetzgebung

Damit dieses Modell flächendeckend umgesetzt werden kann, müssten die Voraussetzungen im Rahmen des Eneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) geändert werden, betonte BOS-Lehrer Thomas Rebitzer. Unter den jetzigen rechtlichen Rahmenbedingungen sei der Bau solcher Anlagen derzeit nicht attraktiv. Els nahm diese Anregung mit. Auch das Bayernwerk nahm Rebitzers Hinweis auf, dass das Unternehmen seinen Einfluss bei der Gesetzgebung geltend machen solle.

Denn Markus Leczycki, Leiter des Kommunalmanagements des Bayernwerks, bezeichnete die Lösung, die die Schüler gefunden haben, als absolut vorbildlich. „Politik und Wirtschaft alleine werden die Energiewende nicht schaffen, wir brauchen die breite Masse mit solchen Ideen.“ Das Bayernwerk zeichnete das Projekt zusammen mit zwei anderen mit dem Bürgerenergiepreis des Stromerzeugers aus. Die Projektgruppe um Gaag bekommt damit ein Drittel des mit 10 000 Euro dotierten Preises.

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