Brain Games 2017

Amateure und Meister messen sich am Brett

Eine Viertelstunde, die über Sieg oder Niederlage entscheidet: Beim Schnellschachturnier in der Marthabräuhalle mussten die Gegner nicht nur geschickt ziehen, sondern auch flink.

Fürstenfeldbruck– Mucksmäuschenstill ist es am Anfang jeder Runde. Wenn sich die Gegner bei den Brain Games erstmals gegenübersitzen, ist vollste Konzentration nötig. 173 Spieler haben heuer beim Schnellschachturnier in der Marthabräuhalle mitgemacht. Der Wettkampf, der heuer zum fünften Mal stattfand, ist so beliebt, das es bereits ein paar Tage vor dem Start keine freien Plätze mehr gab. Sponsor Thomas Hirn freute sich sehr darüber.

Einen Teilnehmer hat er höchstpersönlich eingeladen: Max Ponomarev (1

1), der für Tarrasch München spielt und Hirn bei den Wittelsbacher Open bezwungen hatte. Das beeindruckte Hirn so, dass er ihn gleich nach Bruck einlud. Seinen Glücksbringer trägt Ponomarev direkt am Leib: ein FC Bayern-Trikot. „Weil Bayern München auch immer schnell spielt“, sagt er. Sein Alter sieht der 11-Jährige nicht als Nachteil. „Dadurch habe ich vielleicht eine bessere Reaktionszeit“, sagt er.

Die Brain Games zählen zu den größten Schnellschachturnieren Deutschlands. Acht Großmeister, sieben internationale Meister und zehn FIDE-Meister kamen zum Wettkampf in die Amperstadt. Diese machten die ersten Plätze unter sich aus. Sieger wurde am Ende der deutsche Großmeister Henrik Teske. Anmelden kann sich aber jeder, denn die Brain Games sind ein offenes Turnier.

Eher zum Spaß nimmt Peter Kreutner (69) teil – bereits zum dritten Mal. Seit 30 Jahren spielt er das Spiel der Könige beim Brucker TuS, berichtet er. Mit seinem weißen Bart und dem Trachtenhut sieht der Fürstenfeldbrucker fast wie ein Schach-Urgestein aus. „Aber Schnellschach ist nicht so mein Ding“, sagt er.

Abgesehen von der Zeitbegrenzung ist Schnellschach ein ganz normales Schachspiel. Während des Spiels haben die Gegner je 15 Minuten Bedenkzeit. „Das muss man sich gut einteilen“, sagt Thomas Hirn. Verloren hat, wessen Bedenkzeit als Erstes abgelaufen ist. Doch auch ein Schachmatt oder ein Remis sind möglich.

Wenn viele Partien schon zu Ende sind und nur noch wenige Spieler kämpfen, wird es wieder lauter. Dann versammeln sich die Zuschauer und beobachten die spannenden Finals – so wie bei Großmeister Igor Khenkin. Bei seiner Partie wird es hektisch. Nur noch wenige Figuren stehen auf dem Brett. Dann ist die Zeit abgelaufen und am Schluss belegt Khenkin Rang zwei. (fd)

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