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Hoch die Flossen: Nachwuchs-Meerjungfrau Janina kurz vor ihrem Shooting mit Fotografin Sylvia Dobler.

In der Amperoase

Meerjungfrauen tauchen im Freibad

Fürstenfeldbruck - Frühsportler, die ihre Bahnen ziehen und Kinder, die im Wasser plantschen: Das sind gewohnte Bilder aus der Amperoase. Momentan kann man dort aber auch schillernde Fabelwesen beobachten: Die kleinen Meerjunfrauen sind los.

Vormittags im Freibad: Irgendetwas stimmt nicht. Eine seltsame Aufregung herrscht an einem Ende des Beckens. Verlegenes Kichern. Es sind Mädchen im Alter von acht bis 13 Jahren, die dort aufgeregt herumhopsen. Dann ist klar, woher die Aufregung kommt: Die Kinder dürfen gleich Meerjungfrau spielen und an einem Unterwasser-Fotoshooting teilnehmen.

Das Ganze ist Teil des Sommerferienprogramms der Stadt. Sechs Mädchen sind zum ersten von zehn Fototerminen gekommen. Nervös sind sie nicht, die Atmosphäre am Beckenrand ist entspannt. Die Mädels kichern wieder – sie können es gar nicht erwarten, sich die Plastikflosse über die Beine zu ziehen.

Fotografin Sylvia Dobler gibt den kleinen Arielles letzte Tipps, bevor sie sich unter Wasser der Kamera stellen. Denn schon das enge Stoffteil des Plastikfischschwanzes überzuziehen, erfordert ein wenig Geschick. Und sich unter Wasser möglichst elegant zu bewegen, damit es ein tolles Foto gibt, will gelernt sein.

„Lasst eure Augen offen und haltet die Luft so lange wie möglich an“, rät Dobler. Dann geht es los. Fotografin und Kind tauchen für einige Sekunden ab, Dobler drückt ein paar Mal auf den Auslöser, dann geht es auch schon wieder an die Oberfläche. Dort werden ein paar Atemzüge geschnappt und wieder ist Abtauchen angesagt.

Die Nachwuchs-Meerjungfrauen Theresa und Sina, neun und zehn Jahre alt, sind begeistert. „Es macht wahnsinnig viel Spaß“, sagen die Mädchen. „Wir wollten soetwas immer schon mal machen, weil wir sehr gerne schwimmen.“ Etwas schwer sei es ihnen gefallen, unter Wasser Halt zu finden und nicht gleich wieder wie ein Korken an die Oberfläche zu steigen. Den Spaß habe das aber nicht gemindert.

Nach einer kurzen Verschnaufpause wollen Theresa und Sina wieder ins Wasser. „Dürfen wir nochmal Fotos schießen?“, fragen sie Katja Tolksdorf, die bei der Stadt für das Ferienprogramm zuständig und an diesem Tag als Betreuerin dabei ist. Sie dürfen. „In den zwei Stunden ist viel Zeit für mehrere Versuche“, sagt Tolksdorf. Der Andrang auf die Meerjungfrauentermine sei riesig. Vor allem bei den Mädchen kommt das Angebot super an, doch auch Buben können sich als Wassermann fotografieren lassen. Allerdings stehen sie bis jetzt erst auf der Warteliste. 40 Kinder haben keinen Platz gekriegt.

Nach zwei Stunden hat Sylvia Dobler von denen, die Glück hatten, ein tolles Foto im Kasten. Das Licht sei super, so die Fotografin. Alle sind zufrieden, besonders Sonja. „Heute war einfach cool“, findet die Elfjährige. Die Fotos nimmt sie als Erinnerung mit nach Hause. (Son Tien Nguyen)

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