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Der Amperverband soll sich künftig um Allings Wasser kümmern. 

Gemeinderat 

Amperverband soll sich um Allings Wasser kümmern

Alling - Jetzt ist es offiziell: Ab 2018 soll ein Großteil des Allinger Wasserleitungsnetzes mit einem Kostenaufwand von 8,3 Millionen Euro saniert werden. Das dauert acht Jahre.

Dies beschloss der Gemeinderat einstimmig. Noch entschieden werden muss, ob diese Groß-Investition über die Wassergebühren, sogenannte Verbesserungsbeiträge oder ein Mischsystem finanziert wird. Ziemlich klar ist dagegen, dass sich künftig ein Wasserverband um Förderung und Lieferung des Allinger Wassers kümmern wird. Gegen den Willen der Freien Wähler, die zurück zu einer eigenständigen Versorgung wollen, werden die Gespräche mit dem Amperverband (AV) über eine Betriebsführerschaft fortgesetzt. Der Zweckverband aus zehn Kommunen mit Sitz in Eichenau, der auch für das technische und kaufmännische Management beim großen Wasserverband WVA zuständig ist, war der einzige verbliebene Interessent.

15,2 Kilometer lang sind die immer anfälligeren Asbestzement-Rohre aus den 1960er- und 1980er-Jahren. Sie machen rund 40 Prozent des gesamten Netzes aus. Ein Ingenieurbüro hat die Leitungen nach Alter, Durchmesser, Erreichbarkeit, früheren Reparaturen und Funktion unterteilt, die Sanierungskosten überschlagen und einen Zeitplan für die Erneuerung vorgelegt. Demnach würde innerorts und entlang der Gilchinger Straße begonnen. Zum Schluss kämen die Leitungen zu den Hochbehältern und der neue Notfall-Anschluss nach Steinlach (Gemeinde Gilching) dran.

DieFinanzierung ist ein eigenes Thema. Bei einem einmaligen Beitrag der Wasserverbraucher, einer allgemeinen Umlage, müssen die Rohre – je nach Einschätzung des Zustands – innerhalb von sechs Jahren komplett erneuert oder innerhalb von acht Jahren im Rahmen von laufenden Unterhaltsmaßnahmen repariert werden. Wird nur über Wassergebühren abgerechnet, bleibt mehr Zeit. Dann allerdings müsste die Gemeinde in Vorleistung gehen und Geld aufnehmen, um den Wasserpreis nicht dramatisch steigen zu lassen. Wahrscheinlich wird eine Kombination aus allen Möglichkeiten versucht.

Die Ampergruppe hatte vor einem endgültigen eigenen Beschluss zur Übernahme der Betriebsführerschaft eine Kostenschätzung und einen Zeitplan verlangt. Der Verband will in der Bevölkerung nicht für die Preissteigerungen verantwortlich gemacht werden. Außerdem, wie der stellvertretende Vorsitzende Manfred Walter als Gast in der Sitzung sagte, möchte man Missstimmungen wie zuletzt zwischen WVA und Gemeinde vermeiden: „Das soll kein Politikum werden.“

In seiner Funktion als Gilchinger Bürgermeister erläuterte Walter zudem, dass seine Gemeinde nicht die Kapazitäten habe, um die Allinger Wasserversorgung mit zu managen. Aus ähnlichen Gründen hatte man in Germering abgewunken. Walter führt die Gespräche mit Alling. Denn der Ampergruppen-Vorsitzende Frederik Röder kann schlecht mit sich selbst als Allinger Bürgermeister verhandeln.

von Olf Paschen 

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