Kaltes, klares Wasser: Der Amperverband sorgt dafür, dass Allinger Haushalte mit Wasser versorgt werden.  Beispielfoto: dpa

Neuer Vertrag 

Amperverband übernimmt Wasserversorgung

Dass Wasser aus den Allinger Wasserhähnen fließt, dafür sorgt künftig der Amperverband. Der Gemeinderat hat mehrheitlich beschlossen, die Versorgung dem Verband zu überlassen. Nicht alle Fraktionen halten das für eine gute Entscheidung.

Alling – Die Kooperation der Gemeinde mit dem Amperverband (AV) bei der Wasserversorgung ist unter Dach und Fach. Gegen die vier Stimmen der Freien Wähler hat der Gemeinderat eine Zweckvereinbarung beschlossen. Die technische Aufsicht und die Verwaltung geht damit nun an den AV. Diese Betriebsführerschaft kostet jährlich 135 000 Euro, ist aber günstiger als zunächst veranschlagt. Die noch erforderliche Zustimmung der AV-Verbandsversammlung gilt als Formsache.

Das zehnseitige Vertragswerk, das in Zusammenarbeit mit einem Juristen des Gemeindetages und der Kommunalaufsicht im Landratsamt entstand, regelt bis ins Detail die Aufgaben des neuen Betriebsführers. Diese umfassen etwa die Messung des Wasserverbrauchs oder Kundenbetreuung bis hin zur Erhebung möglicher Zwangsgelder bei der Beitragserhebung.

Anders als bei der bisherigen Kooperation mit den Brucker Stadtwerken verspricht der AV eine „unverzügliche Störungsbeseitigung“, etwa bei Rohrbrüchen. Ein eigener Paragraf regelt die anstehende Erneuerung des Wasserleitungsnetzes. Sollte doch nicht das von der Gemeinde beauftragte Ingenieurbüro ein Sanierungskonzept vorlegen und umsetzen, sondern diese Aufgabe dem AV zufallen, behält sich der Verband finanzielle Nachforderungen und ein außerordentliches Kündigungsrecht vor. Ansonsten wird die Vereinbarung auf unbestimmte Zeit geschlossen und kann frühestens in zehn Jahren gekündigt werden.

Ungewöhnlich wirkt schließlich die „Loyalitätsklausel“, in der sich die beiden Vertragspartner eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zusichern. Bei Unstimmigkeiten soll das Landratsamt als Schlichter angerufen werden.

„Wir bleiben Herr des Geschehens“, sagte Wasserreferent Thomas Muderlak (CSU). Den Vertrag nannte er „wasserdicht“. Sämtliche Versorgungsanlagen blieben im Eigentum der Gemeinde, die auch weiterhin allein über Wasserförderung und Wasserpreis entscheiden könne. Die lange Laufzeit sei zwar auch in seiner Fraktion diskutiert worden, biete aber auch „Stabilität“ angesichts der großen Aufgabe, fast das gesamte Leitungsnetz zu sanieren.

Ganz anderer Meinung sind die Freien Wähler. Fraktionschef Hans Friedl sagte: Die Gemeinde mit ihrem „Personalüberhang“ wäre ohne weiteres in der Lage, die kaufmännische Betriebsführung und die Verwaltung weiterhin selbst zu stemmen. Die Auslagerung sei ein großer Fehler. Über diese Äußerung wunderte man sich bei der CSU. Muderlak sagte, im von den Freien Wählern angestoßenen Bürgerbegehren für eine eigenständige Wasserversorgung wurde eine „Zusammenarbeit mit Nachbargemeinden, beispielsweise bei der Verwaltung“, ausdrücklich begrüßt. Wäre er ein PR-Berater, würde er den Freien Wählern empfehlen, die jetzige Lösung als eigenen Erfolg herauszustellen statt rumzumosern.

Der 1960 gegründete Amperverband mit Sitz in Eichenau ist für die Abwasserentsorgung in zehn Kommunen zwischen Olching und Weßling zuständig. Im Jahr 2000 übernahm er auch die Betriebsführerschaft für den Wasserzweckverband WVA. AV-Vorsitzender ist Allings Bürgermeister Frederik Röder, die Verhandlungen mit der Gemeinde führte sein Stellvertreter aus Gilching. (op)

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