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Hier entsteht ab August für rund 740 000 Euro ein Kreisverkehr: Die Gemeinde will die Kreuzung sichere r und leistungsfähiger machen.

An der Staatsstraße 2345 bei Gernlinden 

Neuer Kreisel kostet 740.000 Euro

Bis Mitte November soll der neue Kreisverkehr an der Staatsstraße 2345/Estinger-/Ganghoferstraße fertig sein. Doch das kostet: Maisach muss rund 740.000 Euro investieren. Und die Autofahrer erwartet eine lange Baustellenzeit.

Gernlinden– Planer Andreas Dersch hatte in der Gemeinderatssitzung keinen leichten Stand. Er musste sich angesichts der Kostenschätzung anhören, dass andere Ingenieure deutlich günstigere Kreisverkehre bauen könnten. Bürgermeister Hans Seidl (CSU) hatte das im Scherz gesagt. Doch es schwang auch etwas Ernst mit. Denn tatsächlich hatte Seidl zu Beginn mit „nur“ 450.000 Euro gerechnet. Nun sind es fast 300.000 Euro mehr.

Aber Planer Dersch hatte gute Gründe für seine Schätzung: Auf dem Areal des neuen Kreisel, der fast genau auf der Fläche der jetzigen Kreuzung entsteht, herrscht ein Höhenunterschied von 1,20 Metern. Der muss ausgeglichen werden für das geplante Rondell mit einem Außendurchmesser von 40 Metern. Durch die Anbindung des Gewerbegebiets an der Ganghoferstraße muss zudem viel Schwerlastverkehr umgeleitet werden – die provisorische Straße südlich und nördlich der Baustelle muss also massiv und breit gebaut werden. Und schließlich ist bei zwei Probebohrungen belasteter Boden aufgetaucht, der ausgetauscht und entsorgt werden muss. „So etwas kostet schnell mal 50 000 Euro“, sagte Dersch.

Das nächste unbeliebte Thema war die Baustellenzeit. Als der Ingenieur von vier bis fünf Monaten sprach, sagte Seidl: „Da bin ich jetzt schwer überrascht.“ Der Planer müsse dafür sorgen, dass Mitte November alles fertig sei. Dersch relativierte dann, dass im Juni und Juli zuerst ein Kilometer Wasserleitung umgelegt werden müsse – in dieser Zeit gibt es keine Einschränkungen für den Verkehr. Anfang August solle dann der Bau des dreiarmigen Kreisels beginnen. Er hoffe, dass die Umleitung maximal drei Monate nötig sei.

Ersatzschleife ab August

Apropos Umleitung: „Die hat uns Kopfzerbrechen bereitet“, sagte Dersch. Die Lösung ist, dass vor Ort eine provisorische Straße gebaut wird. Denn vor allem Laster sollen nicht durch Wohngebiete geschickt werden.

Die Ersatzschleife ab August soll dann aus beiden Richtungen die Zufahrt in die Ganghoferstraße ermöglichen. Von Esting kommend erfolgt ein direkter Abzweig in das Gewerbegebiet. Von Maisach kommend ist es nicht ganz so einfach: Laster und Autos fahren erst an der Kreuzung vorbei, müssen dann im Kreisverkehr Gernlinden-Ost eine Runde drehen, zurückfahren und landen schließlich auch auf dem direkten Abzweiger in die Ganghoferstraße. Und wer aus dem Gewerbegebiet raus in Richtung Esting will, muss erst nach Maisach fahren und im Rewe-Kreisel wenden.

Die Gemeinde will den Kreisel bauen, weil der Verkehr durch Firmenerweiterungen im Gewerbegebiet ansteigen wird. Die Betriebe wiederum füllen mit ihrer Gewerbesteuer das Gemeindesäckel.

Das Staatliche Bauamt hat den Eingriff in die Staatsstraße genehmigt, gibt aber keine Zuschüsse. Zudem will die Gemeinde für mehr Sicherheit den Radweg umbauen. Hier gibt es noch ein Problem: Aus Platzgründen müssten sich die Radler auf etwa 100 Metern den Weg mit den Traktoren der Landwirte teilen. Das löste im Gemeinderat Unbehagen aus. Nun wird geprüft, ob die Gemeinde mehr Grund ankaufen kann, um – wie bisher – einen eigenständigen Wirtschaftsweg für Traktoren anzubieten. Wenn das nicht geht, soll der gemeinsam genutzte Weg zumindest von 3,50 auf vier Meter verbreitert werden.

von Helga Zagermann

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