Anlieger befürchten schleichende Gewerbegebiet-Ausweisung

Adelshofen - Eine geplante Lkw-Halle an der Nassenhausener Straße macht einigen Anliegern Sorgen. Sie befürchten Lärm und die schleichende Ausweisung eines Gewerbegebiets.

Bei der gut besuchten Bürgerversammlung in der Mehrzweckhalle wies Rathauschef Michael Raith die Bedenken zurück.

Sie sei vor zwanzig Jahren zugezogen, so eine Bürgerin. „Damals war das Gebiet ein reines Wohngebiet und es gab für uns viele Auflagen.“ Nun befürchte sie Lärmbelästigungen durch Lkw-Verkehr in den frühen Morgenstunden.

Kritisiert wurde auch, dass die Bürger über die laufenden Planungen unzureichend informiert seien. „Die Leute haben keine Ahnung, was da beschlossen wurde.“ Raith entgegnete, alle Beschlüsse seien in öffentlichen Sitzungen gefasst worden. Der betreffende Antragsteller suche seit 14 Jahren einen geeigneten Standort, und die Gemeinde dürfe bei aller Behutsamkeit „einen ortsansässigen Unternehmer nicht lebenslang ausbremsen“. Die Halle werde mehr als hundert Meter von der nächstgelegenen Wohnbebauung entfernt sein und durch Bepflanzung abgeschimt werden.

Die von der Anliegerin befürchtete Größe des Gebäudes - 36 mal 36 Meter - sei zu hoch gegriffen. „Das wird kein quadratischer Block.“ Im übrigen habe man „nicht für alle Zeiten die freie Sicht abonniert“, wenn man vor zwanzig Jahren ein Grundstück gekauft habe. Raith riet den Anwohnern aber, im Rahmen der derzeit laufenden Öffentlichkeitsbeteiligung ihre Bedenken schriftlich einzureichen. Dies sei noch bis zum 23. Mai möglich.

Die Verschmutzung der Adelshofener Flur kam ebenfalls zur Sprache. „Die Straße nach Pfaffenhofen ist rechts und links gepflastert mit der Kleinen Reblaus“, bemängelte eine der rund 120 Anwesenden. „Warum gibt es kein Ramadama mehr?“ Die Beteiligung an der vom Obst- und Gartenbauverein organisierten Aktion sei zuletzt schlecht gewesen, so Raith. Man habe ausgesetzt, damit sich ein gewisser Leidensdruck aufbaue, was nun offenbar geschehen sei. Die Hoffnung ist, dass sich daraufhin wieder mehr Freiwillige einfinden.

Warum man im Begriff sei, rund 100 000 Euro in den Brandschutz der Mehrzweckhalle zu stecken, wollte ein Bürger wissen. Das Gebäude müsse womöglich in einigen Jahren ohnehin entkernt werden. Raith erklärte, die Brandschutzmaßnahmen ließen sich nicht länger aufschieben. „Sonst müssen wir die Wirtschaft zusperren.“ Umfangreiche Umbaumaßnahmen könne sich die Gemeinde in den nächsten Jahren nicht leisten.

Dass Adelshofen zwar nicht im Geld schwimmt, aber solide dasteht, wurde im rund einstündigen Bericht des Bürgermeisters deutlich. Im laufenden Jahr sollen die gemeindlichen Schulden um 15 000 Euro auf rund 5400 Euro abgebaut werden. Die Pro-Kopf-Verschuldung werde danach nur noch 3,43 Euro betragen, so Raith. Er verabschiedete im Rahmen der Bürgerversammlung die ausscheidenden Gemeinderäte. Rund 40 Feuerwehrleute wurden für ihren Einsatz während des Hochwassers im Juni letzten Jahres geehrt. (os)

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