Initiative gegen Syrien-Krieg

Fürstenfeldbruck - Sie sind generell gegen Krieg – und gegen den Einsatz der Bundeswehr in Syrien im Speziellen. Anfang Dezember hat sich in Bruck eine neue Initiative gegründet. Im Januar wird es eine große Demo mit prominenten Sprechern und Musik geben.

„Krieg zu führen ist, als würde man einen Heroin-Süchtigen mit Heroin behandeln“, sagt Renate Schiefer, die Gründerin der Antikriegsinitiative. „Waffengewalt bringt keine Demokratie. Sie schafft Zerstörung und schürt Hass.“ Das müsste die Erfahrung den Politikern gezeigt haben, sagt die Puchheimerin. Dass der Einsatz von Gewalt erst für die Entstehung von Terror gesorgt hat, erklärt sie am Beispiel der IS. „Die Zerstörung, die durch Krieg entsteht, gibt radikalen Gruppen erst die Chance, Menschen zu akquirieren.“ Das Versagen des „war on terror“ würden die Kriege in Afghanistan, Irak und Libyen zeigen.

Deshalb wollen sie und ihre etwa 30 Mitstreiter nun auf der Straße zeigen, dass der Syrien-Einsatz nicht in ihrem Namen geschieht. Einmal hat sich das Bündnis, dem sich Menschen aus dem gesamten Landkreis anschließen können, schon auf dem Brucker Hauptplatz getroffen. Die Kundgebung wurde kurzfristig organisiert, nachdem klar war, dass der Staat deutsche Soldaten nach Syrien schickt. Das Brucker Sozialforum Amper, das Bündnis Fürstenfeldbruck ist bunt und der Kreisverband der Linken hatten sich der Initiative schon Anfang Dezember angeschlossen.

„Wir wollen einfach Gesicht zeigen“, sagt Schiefer, die auch Sprecherin der Linken in den Landkreisen Bruck und Dachau ist. „Der Kriegseinsatz der Bundeswehr in Syrien ist völkerrechtswidrig. Es gibt kein UN-Mandat und keinerlei Absprache mit der syrischen Regierung.“

Ihr Anliegen sei, dass die Menschen Politik auch auf der Straße kritisch hinterfragen. Deshalb gebe es bei der zweiten Kundgebung auch ein offenes Mikrofon, an dem jeder sprechen darf. „Wir stehen als Bürger in der Pflicht, gegen den Krieg zu tun, was wir können.“ Darum sei sie momentan auch dabei, eine große Demo zu organisieren. Sprechen wird unter anderem Andrej Hunko, der für die Linke im Bundestag sitzt. Doch Schiefer betont, dass sie bei der Initiative nicht in ihrer Funktion als Linken-Sprecherin fungiere. „Wir wollen, dass Menschen aller Couleur kommen und ihren Unmut zeigen.“

Die Kundgebung findet am  Samstag ab 11 Uhr auf dem Hauptplatz vor der Sparkasse statt. Die Demonstration ist für 16. Januar, ebenfalls um 11 Uhr, an der Hauptstraße geplant.

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