In Hattenhofen

Anwohner wehren sich gegen „Luxus-Straßenausbau“

Hattenhofen – Protest gegen Straßenausbau: Viele Anwohner sprechen von einem „Luxusausbau“ bei den Straßen Ludwigseiche und Am Krautgarten. „Absolute Standardausführung“ urteilt der Gemeinderat dagegen einstimmig – und lehnt eine Planungsänderung ab.

In einem Brief an die Gemeinde und den Bürgermeister Franz Robeller (UWG Haspelmoor) haben die betroffenen Grundstückseigentümer, die an den Kosten für den Ausbau beteiligt werden, ihren Unmut kundgetan. Zu teuer und zu luxuriös sei der geplante Ausbau der Straßen Ludwigseiche und Am Krautgarten am Hattenhofener Ortseingang mit Kosten von rund 185 000 Euro.

90 Prozent davon werden auf die Grundeigner umgelegt, Standard bei Neubaugebieten, sagte Robeller. Denn die geplanten Arbeiten sind ein Endausbau der Straßen in dem ehemaligen Neubaugebiet, die bisher nur als Tragschicht bestehen. Das Baugebiet war vor einigen Jahren von der Gemeinde ausgewiesen worden. Dass ein Endausbau ansteht, sei in keinster Weise überraschend, betonte Robeller.

Trotzdem hatten die Anwohner in einer Versammlung Ende Januar ihren Widerstand angekündigt. In ihrem Brief, den fast alle der Betroffenen unterzeichnet hatten, schreiben sie: „Wir wollen eine vernünftige Straße, aber keinen goldenen Krautgarten.“ Hauptkritikpunkt bei den Kosten sind zwei Reihen Granitzeiler, die zwischen Fahrbahn und Grundstück einen ein Meter breiten Mehrzweckstreifen eingrenzen.

Zudem werfen die Bürger der Gemeinde vor, die Anliegerversammlung sei zu spät erfolgt. Er wollte warten, bis er das Angebot mit genauer Höhe der Kosten vorliegen habe, sagte Robeller dazu. Das Finanzielle sei für die Anwohner am wichtigsten.

Bei den Kosten waren die Gemeinderatsmitglieder einstimmig auf Seiten des Bürgermeisters, der betonte, ein solcher Ausbau sei mitnichten luxuriös geplant, sondern seit langem Standard in der Gemeinde Hattenhofen: „Wir bauen seit 30 Jahren so.“

Heini Feigl (UWG Haspelmoor) sprach von einer „absoluten Standardausführung“, Peter Oswald (Dorfgemeinschaft Hattenhofen) erinnerte an andere Straßen in der Gemeinde: „Wir haben alle Baugebiete so gemacht.“

Den geplanten Mehrzweckstreifen hält man für nötig und sinnvoll, Elvira Unger (UWG) wies auf die vielen Kinder in dieser Gegend hin. Deswegen bleibt die bisherige Planung bestehen. Mit dem Ausbau soll bald begonnen werden: Die Baufirma hat schon den Auftrag der Gemeinde bekommen. fabian Dilger

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