Der Archivar Gerhard Neumeier hat die Informationen über die Namensgeber der Straßen zusammengefasst.

Bürgerversammlung

Anwohner wollen Piloten als Straßenpaten behalten

Fürstenfeldbruck – Mit der Wernher-von-Braun-Straße hat 2013 alles angefangen. Nun sollen neun Straßen umgetauft werden. Grund: Die Namensgeber werden mit dem Nationalsozialismus in Verbindung gebracht.

Ein Arbeitskreis und der zuständige Ausschuss hatten 2015 dafür gestimmt, die Eschenauer-, Josef-Priller- und Edererstraße (alle am Fliegerhorst) umzunennen, sagt Archivar Gerhard Neumeier. Nun wurden 35 Anwohner im Sitzungssaal angehört. Ein Treffen zur Wernher-von-Braun-Straße ist heute um 18 Uhr im Rathaus.

Klar ist: Die meisten Anwohner wollen die Namen behalten. In der Josef-Priller-Straße haben die Nachbarn 70 Unterschriften gesammelt, eine Bruckerin übergab diese an den amtierenden Bürgermeister Erich Raff (CSU), der die Sitzung leitete. „Ich verstehe es nicht und will mir nicht von oben aufoktroyieren lassen, dass ich nun in einer anderen Straße wohnen soll“, sagte sie.

Ein anderer Grund sprach für ihre Nachbarin gegen die Umbenennung: „Auch die Zeit zwischen 1933 und 1945, in der Priller Jagdflieger war, gehört zu unserer Vergangenheit.“ Man solle die Geschichte nicht zensieren.

Ein ganz anderer Aspekt bringt Oliver Opl (Eschenauerstraße) auf die Palme. Er müsse die Anschrift auf sämtlichen Dokumenten ändern – und das sei als Chef einer Firma nicht einfach. Außerdem solle die Stadt lieber für wichtigere Dinge als für solchen Unsinn Geld ausgeben. Tatsächlich würde das Rathaus im Falle einer Umbenennung (darüber entscheidet der Stadtrat noch) die Kosten für die Personalausweise übernehmen und zusätzlich die Hälfte aller anderen anfallenden Kosten zahlen.

Das beruhigte Hans Peter Eisenbach, der selbst bei der Bundeswehr war, nicht. Er meinte, die drei Namensgeber, die alle Flieger im 2.Weltkrieg gewesen waren, seien keine Kriegsverbrecher. Mit der Idee von Stadtrat Andreas Ströhle (Piraten), die Straßen einfach umzuwidmen, konnte sich Eisenbach anfreunden. Beispielsweise könne man die Eschenauerstraße statt dem ehemaligen Kommandeur des Kampfgeschwaders dem Eschenauer See widmen, der nahe des Chiemsees liegt. Andere Anwesende sprachen sich für eine erklärende Zusatz-Tafel aus.  vu

Die Namen

Josef Priller (1915 - 1961) war als Jagdflieger in der Schlacht um England. Er kritisierte die Kriegsstrategie Görings und war später Geschäftsführer der Riegele-Brauerei in Augsburg.

Artur Eschenauer (1906 - 1953) war Kommandeur eines Kampfgeschwaders und in der England-Schlacht. Nach dem Krieg arbeitete er bei der Vorgänger-Institution des Ministeriums für Verteidigung.

 Josef Ederer (1919 - 1958) war Jagdflugzeug-Pilot und später Fluglehrer bei der Bundeswehr

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Seehofer wettert gegen Türkei - und lobt Merkel
Es sind deutliche Worte an die Adresse des türkischen Präsidenten Erdogan: CSU-Chef Seehofer nennt die politischen Verhältnisse in dem Land unerträglich. Beim …
Seehofer wettert gegen Türkei - und lobt Merkel
Böse Überraschung: Kran schüttet Beton in Schlafzimmer
Ungewöhnlicher Unfall am Donnerstag um 14 Uhr in Germering: ein Baukran hat Beton in die Wohnung einer 53-Jährigen gekippt.
Böse Überraschung: Kran schüttet Beton in Schlafzimmer
Senivita-Altenheim: Beirat passt auf
 Der Sparkurs des Seniorenheim-Betreibers Senivita hatte im Mai hohe Wellen im Landkreis geschlagen.
Senivita-Altenheim: Beirat passt auf
Das wird Maisachs Fußgängerzone
Das Maisacher Ortszentrum hat sich neu erfunden. Zwischen Bahnhof- und Riedlstraße ist ein großer Komplex in die Höhe gewachsen. 
Das wird Maisachs Fußgängerzone

Kommentare