Katharina Lahmann-Mansourlädt einmal pro Woche zur Asyl-Sprechstunde. Foto: Osman

Vernetzung

So arbeitet Maisachs Asyl-Beraterin

Maisach - Katharina Lahmann-Mansour ist Vernetzungsbeauftragte der Gemeinde Maisach und als solche im Landkreis einmalig. Ein Besuch in ihrer Asyl-Sprechstunde.

 Die bisher jüngste Besucherin in der Asyl-Sprechstunde von Katharina Lahmann-Mansour war zwölf, die ältesten sind Rentner. An manchen Tagen geben sie sich die Klinke in die Hand, an anderen sitzt die 33-Jährige auch mal allein in ihrem Raum im ersten Stock des Maisacher Rathauses. Zu ihr kann jeder kommen und seine Fragen, Sorgen, Anregungen und Kritikpunkte zum Thema Asyl loswerden.

„Oft sind es strukturelle Dinge, die die Leute wissen wollen“, erzählt die Sozialpädagogin. Wo kommen die Asylbewerber her, wie sind sie untergebracht, wie werden sie betreut, wie viel Geld haben sie zur Verfügung? Häufig geht es um Details. Andere Besucher wollen wissen, wie sie helfen können.

Einmal in der Woche, am Donnerstag von 17 bis 18 Uhr, findet die Bürgersprechstunde Asyl im Rathaus statt. An der Treppe weist ein Schild zu dem Zimmer im ersten Stock. Beherrschendes Möbelstück in dem kleinen Raum ist ein Konferenztisch, an dem sich Lahmann-Mansour und ihre Besucher zwanglos gegenübersitzen.

Der Andrang verläuft in Wellenbewegungen, deren Auslöser unklar sind. „Es ist nicht so, dass mehr Leute kommen, wenn eine Unterkunft neu belegt wird“, sagt Lahmann-Mansour. Auch die Silvester-Vorfälle in Köln wirkten sich nicht aus. Das hat sie überrascht.

„Kritische Stimmen gibt es immer wieder, und das ist auch gut“, sagt die Sozialpädagogin mit israelisch-palästinensischen Wurzeln. Den Kritikern begegnet sie sachlich, ohne zu werten und ohne sie von ihrer Meinung abbringen zu wollen. Auf diese Weise schafft sie die Basis für einen Dialog, der durchaus auch länger andauern kann. Ein älterer Herr zum Beispiel komme immer wieder in die Sprechstunde, um seinen Sorgen Luft zu machen.

Dass in der gegenwärtigen Situation Angst entstehe, ist ganz normal, betont Lahmann-Mansour. „Und Angst mit Argumenten beseitigen zu wollen, funktioniert nicht.“ Ihre eigene Meinung bleibt in den Gesprächen außen vor. „Es geht um Fakten, um Informationsaustausch und darum, Brücken zu bauen.“

Die Asyl-Sprechstunde ist nur ein Teil ihrer Arbeit als Vernetzungsbeauftragte. Lahmann-Mansour unterstützt auch die freiwilligen Helferkreise und die Asylbewerber direkt, kümmert sich um Anmeldungen für Deutschkurse, organisiert bei Bedarf Kinderbetreuung, vermittelt weitergehende Hilfsangebote, ist Schnittstelle zwischen Helfern und Gemeinde.

Hauptberuflich arbeitet die Mutter eines fünfjährigen Sohnes als Asylsozialberaterin in Olching. Aufgewachsen ist Katharina Lahmann-Mansour in Gernlinden, zur Schule gegangen in Maisach. Deswegen hat sie sich besonders gefreut, dass die Zusammenarbeit mit der Gemeinde zustande kam. „Es war mir wichtig, diese Arbeit hier zu machen.“

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