+

Bekommt jeder Flüchtling ein Handy geschenkt?

Asyl: Kampf den Latrinenparolen

Fürstenfeldbruck - Viele Menschen wollen den Asylbewerbern helfen. Doch einige haben Vorurteile. Vertreter aller Parteien treten dem entgegen. Sie haben sich zu einem Aktionskreis zusammengeschlossen. Das Ziel: Aufklärungsarbeit.

Seit einigen Wochen leben die Flüchtlinge im Erstaufnahmelager am Fliegerhorst und auch in der ehemaligen Grundschule am Niederbronner Weg. Auch wenn ein Großteil in der Bevölkerung hilfsbereit ist, gibt es Ressentiments. Und die lassen die Gerüchteküche mächtig brodeln.

 Die Flüchtlinge hätten alle Handys und würden Markenkleidung tragen. Sie schleppen Krankheiten ein. „Das neueste Gerücht ist, dass alle ein neues Fahrrad bekommen“, berichtet BBV-Ortsvorsitzender Fred Härtl. Zu hören ist auch, dass das Bauamt weniger Bauanträge bearbeiten könne, da man stärker mit dem Thema Asyl befasst sei, berichtet Andreas Lohde (CSU).

Dem werde man auf den Grund gehen und auch personell reagieren, wenn die Verhältnismäßigkeit nicht mehr gegeben ist. „Der laufende Verwaltungsprozess darf nicht großartig behindert werden.“ CSU, SPD, Grüne, BBV, Freie Wähler, FDP, ÖDP und Piraten wollen verhindern, dass diese negativen Töne in der Stadt lauter werden. Daher haben sie sich auf Initiative der SPD-Ortsvorsitzenden Svenja Bille zusammen geschlossen.

 „Wir wollen zeigen, dass wir zusammen stehen“, sagt Härtl. „Es ist eine Bewährungsprobe, dass die Parteien etwas gemeinsam schultern.“ Und auch die Nachbargemeinde Emmering soll ins Boot geholt werden. „Bürgermeister Michael Schanderl begrüßt das“, sagt Andreas Ströhle (Piraten). Die Gruppe begreift sich nicht als Helferkreis. Zwar haben einzelne Parteien Spendenaktionen und auch ein Fußballspiel auf die Beine gestellt.

Doch man wolle der Caritas keine Konkurrenz machen. Vielmehr geht es um Aufklärungsarbeit: Demnächst wird ein Infobrief an Brucker und Emmeringer Bürger verteilt – unterschrieben von allen Fraktionsvorsitzenden. In diesem wird man die Situation der Asylbewerber erklären und einige Vorurteile zurecht rücken. Man könne die Menschen nicht über einen Kamm scheren, sagt Ströhle. „Jeder Asylbewerber ist ein Individuum.“ imu

Auch interessant

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion