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Immer mehr Turnhallen wie hier in Puchheim werden wohl mit Flüchtlingen belegt werden müssen. Auf dem Foto fehlen die Trennwände zwischen den Betten.

Turnhallen auf dem Prüfstand

Asyl: Landrat Karmasin braucht mehr Hallen

Fürstenfeldbruck - Angesichts des rasant steigenden Zustroms von Flüchtlingen hat Landrat Karmasin am Dienstag Nachmittag harte Maßnahmen angekündigt, um mehr Asylbewerber unterbringen zu können. Die bisherige Linie sei nicht mehr zielführend.

In den nächsten Wochen werden alle Turnhallen im Landkreis daraufhin untersucht, ob sie als Unterkünfte in Frage kommen. Wenn sich an der Bundespolitik nichts ändere, werde man die Hallen nach und nach mit Flüchtlingen belegen müssen. Gleichzeitig will der Landrat in der Kreisbehörde Mitarbeiter etwa aus dem Bauamt, der Fahrerlaubnisbehörde oder dem Service-Ei abziehen, um der Masse an Flüchtlingen gerecht werden zu können. Bürger müssten daher in den betroffenen Abteilungen mit längeren Wartezeiten rechnen - allerdings auch die Flüchtlinge selbst. Das Personal bei der Geld-Auszahlung etwa werde nicht verstärkt, sagte Karmasin. Es gehe jetzt darum, große Unterbringungs-Kapazitäten für große Massen zu schaffen - und das schnell, sagte Karmasin.

Wenn sich der Zustrom weiter so fortsetze, werde man irgendwann vor der Entscheidung stehen, ob man Flüchtlinge in Tiefgaragen unterbringt.

Vor allem die Unterbringung von Flüchtlingen vom Westbalkan kritisiert Karmasin. Denn deren Anerkennungsquote sei verschwindend gering. Karmasin geht davon aus, dass der Kreis bis Jahresende mindestens 3000 Flüchtlinge unterbringen muss - etwa doppelt so viele wie jetzt. Bei der Belegung von Turnhallen will der Landrat sein Ziel einer möglichst gerechten Verteilung noch nicht aufgeben. Als erstes in Anspruch genommen werden sollen diejenigen, dem Kreis gehören. Allerdings wies Karmasin auch auf seine Möglichkeit hin, gemeindliche Hallen zu beschlagnahmen.

Nach welcher Priorität die Hallen belegt werden, soll im Herbst feststehen. Karmasin fürchtet, durch den Flüchtlings-Andrang in eine Situation zu kommen, in Vergleich zu der die Hochwasser-Katastrophenlagen in vergangenen Jahren als entspannt zu betrachten seien. Das Problem seiner Ansicht an: Ein Ende des Zustroms an Asylbewerbern ist nicht absehbar.

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