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Mehrheit will zur Ampergruppe

Aufregung um Trinkwasser

Alling -  Die Mehrheit des Gemeinderats steht zu der Entscheidung, dem Zweckverband zur Wasserversorgung der Ampergruppe (WVA) beizutreten. Gegen die fünf Stimmen von Freien Wählern und Bürgerschaft Alling lehnte es das Gremium ab, den eigenen Beschluss vom November wieder aufzuheben.

Allerdings ist nach den Worten von Bürgermeister Frederik Röder (CSU) noch gar nichts endgültig entschieden. Erst wenn die Gemeinde eine aktuelle Gebührenkalkulation und der WVA eine wirtschaftliche Bewertung der Allinger Wasserversorgungsanlagen vorgelegt haben, könne der Beitritt verbindlich beschlossen werden. Zuvor sollen noch die Allinger mittels einer Bürgerinformation mit dem Sachverhalt vertraut gemacht werden. Ob schriftlich oder in einer eigenen Versammlung, ist noch offen.

Offener Brief: Gemeinde betreibt "Verschleierungs-Taktik"

Ob das Wasser tatsächlich ein Aufreger-Thema ist, sei dahingestellt. Nur rund 20 Zuhörer kamen zur eigens in das Bürgerhaus verlegten Gemeinderatssitzung. Ein Allinger aus der Roßfeldstraße hat allerdings einen „Offenen Brief“ verfasst, in dem er über „wahre Gründe“ für den Wechsel zum WVA spekuliert und der Gemeinde eine „Verschleierungstaktik“ vorwirft. Die Gemeinderatsmitglieder kämen aus nicht ersichtlichen Gründen ihrer Pflicht nicht nach, obwohl auch sie und ihre Angehörigen „das schlechtere Wasser“ trinken müssten. Überschrieben ist das Pamphlet mit den Worten „J’accuse“ („Ich klage an“).

Vorwurf: Alternativen wurden nicht geprüft

Im Gemeinderat hatte auch FW-Fraktionschef Hans Friedl in einer vorbereiteten Rede mehrere Kritikpunkte genannt. So ist im aktuellen gemeindlichen Mitteilungsblatt ausdrücklich die Rede von einem bereits beschlossenen Beitritt zum WVA. Als Kronzeugen für das Ende der autarken Allinger Versorgung aus eigenen Brunnen führte Friedl den WVA-Vorsitzenden und Eichenauer Bürgermeister Hubert Jung an. Der hatte öffentlich eingeräumt, dass Alling „mittelfristig“ an das Versorgungsnetz des Verbands angeschlossen werden solle. Weiterer Vorwurf: Alternativen zum WVA seien nicht geprüft worden, die künftig angeblich wesentlich teurere Kooperation mit den Brucker Stadtwerken als Betriebsführer der Wasserversorgung sei nicht belegt. Schließlich sei auch der angeblich jederzeitige Wiederausstieg aus dem WVA nur mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit aller Verbandsratsmitglieder möglich.

Laut Bürgermeister Röder gibt es allerdings Überlegungen, Alling eine befristete Möglichkeit einzuräumen, den Verband auch ohne Zustimmung der Partner wieder zu verlassen. Dass die Allinger WVA-Wasser trinken müssten, sei bisher nie im Gespräch gewesen, sagte er dem Tagblatt. Die Fördergenehmigung für die eigenen Brunnen laufe bis zum Jahr 2031. Alternativen zum WVA-Beitritt seien vom Gemeinderat in der Vergangenheit nicht gefordert worden. 

Olf Paschen

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