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Radeln in den Sonnenuntergang - das wäre eine schöne Ferienbeschäftigung. Emmeringer Familien müssen ihre Ferien aber künftig mehr selbst organisieren. Denn die Gemeinde reduziert ihre Angebote für Kinder.

Nur noch zwölf Angebote

Zu aufwändig, zu teuer: Ferienprogramm wird halbiert

Emmering – Das Ferienprogramm der Gemeinde wird abgespeckt. Statt 22 Programmpunkte wie im Vorjahr werden heuer nur noch zwölf angeboten.

Der Zeitaufwand für Organisation und Durchführung sei zu hoch geworden, hieß es in der Sitzung des Sozial-, Kultur- und Sportausschusses. Ein Antrag von Manfred Haberer (CSU), zumindest 18 Angebote zu planen, wurde abgelehnt. Unklar bleibt, wer nun die Organisation übernimmt. Laut Verwaltungsleiter Markus Pree muss das bis März entschieden werden.

Auf insgesamt 500 Stunden jährlich, einschließlich Bereitschaftszeiten, schätzt Jugendreferent Stefan Floerecke (CSU) den Aufwand. Er hatte deshalb vorgeschlagen, Anmeldung und Abrechnung weiterhin online laufen und Anmeldung, Durchführung sowie Abrechnung durch die Verwaltung vornehmen zu lassen. Der Ausschuss lehnte dies ebenso ab wie den Verwaltungsvorschlag, das Ferienprogramm einem externen Dienstleister anzuvertrauen. Eine Anmeldung per E-Mail ist aber möglich. In Absprache mit Vereinen und Organisationen muss noch geklärt werden, welche Veranstaltungen für die Kinder zwischen vier und 15 Jahren angeboten werden.

„Wir müssen die Vereine mehr ins Boot nehmen“, forderte Monika Aumiller (FW). Ähnlich äußerte sich Konrad Füßl (CSU). Er wollte aber, dass auch verstärkt Eltern zur Mithilfe einbezogen werden. Füßl wies auf die Anfänge des Ferienprogramms hin, die noch ehrenamtlich zu stemmen waren. „Doch die Erwartungshaltung ist mittlerweile so groß, dass das einer allein nicht mehr bewältigen kann.“ Ein Abspecken sei daher sinnvoll.

Laut Bürgermeister Michael Schanderl (FW) ist auch der Aufwand für die Verwaltung sehr hoch. Mit Hinweis auf den von Floerecke angegebenen Zeitaufwand erklärte Schanderl, dies entspreche etwa dem einer Drittelkraft. Diese würde die Gemeinde laut Verwaltungsleiter Pree rund 16 000 Euro jährlich kosten. Der bisherige Aufwand für den Druck des Programms und die Verwaltung beträgt etwa 3000 Euro.

Der Bürgermeister verwies zudem auf viele noch nicht abgebaute Überstunden und anstehende Bauprojekte wie die Sanierung der Amperhalle. Schanderl schloss daraus: „Ich sehe kein Personal, das in der Lage wäre, das Ferienprogramm zu betreuen.“ Vom Jugendreferenten erwartet Schanderl, „dass er den Leuten klar erklärt, was im Ferienprogramm auf sie zukommt“.

Floerecke erwiderte, seine Aufgabe bestehe darin, Konzepte zu entwickeln. „Das habe ich getan.“ Die Ausführung und die Gewinnung von Ehrenamtlichen falle nicht in seinen Aufgabenbereich. Floerecke hatte bereits vor längerer Zeit erklärt, dass er aus beruflichen und privaten Gründen nicht mehr für die Betreuung des Ferienprogramms zur Verfügung stehe.

von Hans Kürzl

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