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Ausbau der S 4 nur bis Eichenau denkbar

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Fürstenfeldbruck - Ein viergleisiger Ausbau der S4 bis Eichenau würde um die 370 Millionen Euro kosten. Mehr als Vorplanungen gibt es noch nicht.

Der Ausbau der Linie bis Eichenau, Buchenau oder sogar bis Geltendorf steht nicht nur zur Weihnachtszeit auf der Wunschliste der Kommunen im Landkreis ganz weit oben. Weil der frühere Wirtschaftsminister Wiesheu quasi als Christkind der Region vor etlichen Jahren den baldigen Bau in Aussicht stellte, seither aber nichts geschehen ist, fühlen sich die Bürgermeister von der Politik im Stich gelassen.

Puchheims Rathaus-Chef Kränzlein (SPD) nannte den aktuellen Wirtschaftsminister Zeil (FDP) deshalb sogar den „Abwrackminister“ dieser Strecke und forderte Bürger-Aktionen pro Ausbau, was Zeil mit dem Vorwurf des Populismus konterte.

Wie Landtagsvizepräsident Reinhold Bocklet (CSU) jetzt betont, wäre ein schneller Ausbau der Strecke überhaupt nicht möglich. Das Projekt befinde sich „erst im Stadium der Vorplanung“. Wer die Abläufe bei Genehmigungsverfahren kennt, weiß, dass das recht wenig ist.

Nichtsdestotrotz seien Vorwürfe gegen die Staatsregierung ungerechtfertigt. Denn der Ausbau zumindest bis Eichenau sei Bestandteil des Bahnknotenkonzepts des Freistaats. In dem betreffenden Beschluss heißt es: Der Landtag „begrüßt auch die Bereitschaft, aus dem Olympiapaket die Planungen für einen viergleisigen Ausbau bis Eichenau fortzuführen“. Es gebe außerdem eine Vereinbarung mit der Bahn, wonach der Freistaat die Kosten für Vor-, Entwurfs- und Genehmigungsplanung trägt, so Bocklet.

Vorrang habe allerdings die Realisierung der zweiten Stammstrecke in München. Ohne diese, so Bocklet, helfe ein Ausbau der S4 nicht weiter. Konkret also: Vor 2018 geht auch wegen der beschränkten finanziellen Möglichkeiten gar nichts.

Wie Bocklet außerdem berichtet, sei der Ausbau der Strecke bis in die Buchenau mittlerweile vom Tisch. Gründe sind der Engpass am Kloster Fürstenfeld - die Strecke liegt am Hang - und die notwendig werdende Überquerung der Amper. Letztere sei technisch und genehmigungsrechtlich schwierig. Die Variante Buchenau würde deshalb 550 Millionen Euro kosten - zu viel.

Das Thema S4 wird demnächst auch den Kreistag nochmal beschäftigen. Denn Martin Runge (Grüne) hat beantragt, dass das Gremium seine Zustimmung zur zweiten Stammstrecke zurücknimmt und stattdessen den zügigen Ausbau der S4 fordert. Die SPD hat ihrerseits bereits mit einem Gegenantrag reagiert. Die Sozialdemokraten sind vom Sinn der zweiten Röhre überzeugt.

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