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Das Buchauer-Haus an der Schöngeisinger Straße wurde am Wochenende zur stimmungsvollen Kunstgalerie. Die IG Kultur veranstaltete dort die erste von zwei Ausstellungen.

Bäckerei erstrahlt in künstlerischem Glanz

Fürstenfeldbruck - Eine Ausstellung in einem abrissreifen Haus – mit Fotos zum Thema Verfall: Zwei Tage lang hat die IG Kultur die Bilder zweier Münchner in der alten Bäckerei Buchauer gezeigt. Bald wird das Gebäude dem Erdboden gleich gemacht.

Irgendwie ist die Zeit in der Bäckerei an der Schöngeisinger Straße stehengeblieben. „Mischbrot“ steht auf einen Zettel, der über einem alten Waschbecken klebt. Über dem Wasserhahn hängen Backrezepte. Es scheint, als würde sich gleich ein Mitarbeiter der Bäckerei Buchauer hier seine Hände waschen und sich an die Arbeit machen. Doch der Laden hat schon vor mehr als einem Jahr endgültig dicht gemacht. Dass das Haus noch einige Monate leer steht, nutzt die Interessengemeinschaft (IG) Kultur aus. Sie hat zwei Ausstellungen organisiert, die thematisch zur alten Bäckerei mit ihren rohen, beschädigten Wänden und den staubigen Fliesen passen.

Wo einst ein großer Backofen stand, hängen drei schlichte Bilder. Auf einem ist ein verlassenes weißes Haus zu sehen. Vielleicht ein Verwaltungsbau oder eine Schule. Das Gebäude liegt im verstrahlten Fukushima. Benjamin Kis hat die Bilder gemacht, die laut IG-Kultur-Vorsitzendem Kadir Kara perfekt in die alte Bäckerei passen. „Beide Orte sind verlassen, nichts tut sich hier mehr“, sagt er. Im Buchauer habe er noch viele Gegenstände und Notizen gefunden. Leer wirke das Gebäude dennoch. Die Spuren des Bäckereihandwerks sind schon verblasst, die Geräte alle entfernt.

In den Gully gefallen

Genau das mache den Charme aus, so Kara. Für die IG Kultur sei es ein ganz besonderes Event. Denn wie der Brucker erklärt, gebe es derartige Ausstellungs-Möglichkeiten im Landkreis selten. Leerstehende Häuser würden meist schnell wieder bezogen oder abgerissen.

In Bruck führt die Reise auch zu längst vergessenen Gegenständen. In einem Raum begegnen die Besucher Fundstücken aus der Münchner Kanalisation. Nikolai Marcinowski hat sie mit einer Analogkamera abgelichtet. Darunter sind auch ein Gebissteil, eine Zange, eine Uhr, eine Brieftasche. Sie alle sind mit Schmutz, Staub und Rost überzogen. „Das spannendste an dem Projekt war, sie so auszuleuchten, dass die Details gut erkennbar sind“, erzählt der 22-Jährige über die großen Schwarzweiß-Aufnahmen.

Für ihn passen Bilder und Atmosphäre gut zusammen, die beschädigten Mauern und der rohe Stil verstärkten den Eindruck seiner Motive. Nur einen Nachteil hat das Gebäude laut Marcinowski: „Die alten Wände sind aus sehr hartem Material gebaut – da braucht man ewig, um einen Nagel einzuschlagen.“

Maria-Mercedes Hering

Neuer Termin:

Die zweite Ausstellung im Buchauer-Haus an der Schöngeisinger Straße ist am kommenden Wochenende. Geöffnet ist am Samstag, 23. Juli, ab 16 Uhr, und am Sonntag von 12 bis 18 Uhr.

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