An der Windschutzscheibe hing das Knöllchen. Alfred Schönbrunner ärgert sich über die Strafe, da für ihn nicht ersichtlich war, dass er sein Auto am falschen Parkplatz abgestellt hatte. 

Tiefgarage am Geschwister-Scholl-Platz in Fürstenfeldbruck

Rentner kommt nach Opernbesuch zum Auto zurück - und wird dann stinksauer

Eine böse Überraschung hat ein Rentner erlebt, als er nach einem Opernbesuch zu seinem Auto zurückkehrte. Unter dem Scheibenwischer klemmte ein Bußgeldbescheid über 30 Euro. Der Mann hatte in der Parkgarage in der Buchenau ein Park&Ride-Ticket gekauft – aber den Wagen auf den falschen Parkplatz gestellt.

Fürstenfeldbruck– Alfred Schönbrunner hatte sich auf einen schönen Opernabend gefreut. Gegen 18 Uhr stellte er sein Auto in der Parkgarage am Geschwister-Scholl-Platz ab, um mit der S-Bahn nach München weiter zu fahren. „Ich hatte eigentlich keinen Zeitdruck“, erzählt der 77-Jährige. Weil aber alle Park&Ride-Stellplätze zu dieser Zeit bereits belegt waren, stellte er seinen Wagen auf einen ungekennzeichneten Parkplatz. „Das hat sich angeboten.“ Und der Rentner dachte nicht daran, dass er damit als Falschparker eingestuft werden könnte.

Schönbrunner kaufte ein Park&Ride-Ticket für drei Stunden und machte sich mit der S-Bahn Richtung München auf. Als er am Abend von einem „wunderschönen Opernbesuch“ aus der Landeshauptstadt zu seinem Wagen zurückkehrte, traute er seinen Augen nicht: An der Windschutzscheibe hing ein Knöllchen. 30 Euro Strafe sollte der 77-Jährige zahlen.

„Ich weiß bis heute nicht, welches Kriterium für diesen Parkplatz galt“, erzählt der Adelshofener. Bei Tageslicht hat er sich den „Tatort“in der Garage noch einmal angesehen. Schlauer wurde er dadurch aber nicht. Die Lösung des Rätsels: Schönbrunner hat auf einem zeitlich befristeten Parkplatz mit einer Höchstparkdauer von drei Stunden geparkt, erklärt eine Stadt-Sprecherin. Da wäre die normale Parkgebühr fällig geworden. Der 77-Jährige zog allerdings das Park&Ride-Ticket, das in eine andere Kasse wandert. „Er hätte im kompletten Untergeschoss oder in dem für Park&Ride ausgeschilderten Bereich des Obergeschosses parken und dort ein Tagesticket für zwei Euro lösen müssen“, heißt es in der Stellungnahme der Stadt.

Schönbrunner beklagt, dass die verschiedenen Parkplätze zu wenig gekennzeichnet sind – gerade für Bürger, die die Garage selten nutzen. Dem widerspricht die Stadt zwar. Allerdings räumt man auch ein, dass es schon zu Beschwerden gekommen sei, dass die P&R-Parkplätze dort nicht ausreichen würden. Es seien aber alle vorhandenen Kapazitäten ausgeschöpft. „Sollten alle P&R-Parkplätze belegt sein, empfehlen wir das Parkdeck am Bahnhof Fürstenfeldbruck zu nutzen“, lautet der Ratschlag der Rathaussprecherin. Denn selbst wenn das Ticket in der Buchenau gezogen wurde, gelte es auch am Brucker Bahnhof.

Alfred Schönbrunner hat die Geldstrafe mittlerweile zähneknirschend bezahlt. „Mir geht es aber vor allem darum, die Autofahrer zu warnen, die in Eile sind und im Parkhaus am Geschwister-Scholl-Platz ihr Auto abstellen.“ Er würde es sehr befürworten, wenn bereits am Parkgaragen-Eingang auf die verschiedenen Parkplätze und die dafür nötigen Tickets deutlich hingewiesen wird. Denn dann wird zukünftig der Opernbesuch ein Genuss ohne anschließendes Ärgernis. (seo)

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Rätsel um Erstickungstod von Hund Nikos
Mit Nikos war es nicht immer leicht. Wenn der Schäferhundmischling in Panik geriet, biss er sein Frauchen schon mal. Trotzdem wollte ihn die 74-Jährigen nicht hergeben. …
Rätsel um Erstickungstod von Hund Nikos
Asyl-Einsatz: Zuspruch aus Bevölkerung für die Polizei
 Nach dem Protestzug von Asylbewerbern in der Innenstadt berichtet die Polizei von großem Zuspruch aus der Bevölkerung. Gleichzeitig laufen Ermittlungen über die …
Asyl-Einsatz: Zuspruch aus Bevölkerung für die Polizei
Fürstenfeldbruck: Stadtrat lehnt Live-Übertragung aus Sitzungen ab
Vorerst kein Neuland in Fürstenfeldbruck: Viele Stadträte sehen eine Übertragung ihrer Sitzungen im Internet skeptisch. Die Befürworter hoffen, dass künftig zumindest …
Fürstenfeldbruck: Stadtrat lehnt Live-Übertragung aus Sitzungen ab
Angst vor Schäferhund der Nachbarn: Bürgermeister erlaubt aber keinen hohen Zaun
Um Kinder vor einem benachbarten Schäferhund zu schützen, wollten Anwohner im neuen Baugebiet „Lichtenberg“ einen hohen Zaun errichten. 
Angst vor Schäferhund der Nachbarn: Bürgermeister erlaubt aber keinen hohen Zaun

Kommentare