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Autoaufbrecher soll abgeschoben werden

Landkreis - Der Asylbewerber, der in Bruck mehrere Autos aufgebrochen hat, dann aber wieder auf freien Fuß kam, und in Eichstätt erneut zuschlug, sitzt nun in Haft. Er soll direkt aus dem Gefängnis abgeschoben werden.

Der Fall sorgte für Aufsehen: Ein Marokkaner brach im Oktober 2015 rund ums Kloster Fürstenfeld mehrere Autos auf und erbeutete diverse Gegenstände – darunter einen Laptop. Diesen bot er in der Asyl-Unterkunft am Fliegerhorst einem Syrer an, der Verdacht schöpfte und die Polizei rief.

Die Beamten konnten dem Marokkaner die Autoaufbrüche nachweisen, mussten ihn nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft aber wieder laufen lassen. Der Marokkaner wurde in eine Unterkunft nach Eichstätt verlegt, wo er – immer nach der selben brachialen Methode – wieder eine aufsehenerregende Aufbruchserie hinlegte.

Die örtliche Presse berichtete darüber. Die Eichstätter Polizei schnappte den Mann nach einer Schwerpunktfahndung. Ein Brucker Bürger zeigte nach entsprechender Berichterstattung im Tagblatt (erfolglos) die Staatsanwaltschaft München wegen Untätigkeit an. Beobachter gingen soweit, die Handlungsfähigkeit des Staates in Frage zu stellen.

Seit seinen Eichstätter Taten sitzt nun aber der Marokkaner, über dessen Identität Zweifel bestehen mussten und der schon zuvor abgeschoben werden sollte, tatsächlich hinter Gittern. Das geht aus einer Antwort des bayerischen Innenministeriums auf eine entsprechende Anfrage des Stimmkreisabgeordneten und 1. Landtagsvizepräsidenten Reinhold Bocklet hervor, die dem Tagblatt vorliegt.

Demnach kam es in Bruck zwischen dem 10. Oktober und dem 18. Oktober 2015 zu sechs Pkw-Aufbrüchen. Dabei entstanden 3500 Euro Beute– sowie 4500 Euro Sachschaden. Als Tatverdächtiger sei der Asylbewerber vorläufig festgenommen worden. Die Autoaufbrüche in Eichstätt hätten zwischen dem 24. Oktober und dem 16. November stattgefunden – also quasi direkt im Anschluss.

15 Autos aufgebrochen

„Im Rahmen der Ermittlungen wurde der marokkanische Staatsangehörige L. am 16. November erneut als Tatverdächtiger auf frischer Tat festgenommen“, heißt es in der Antwort auf Bocklets Anfrage. In Eichstätt seien dem betreffenden Mann am Ende insgesamt 15 Auto-Aufbrüche und ein Handy-Diebstahl nachgewiesen worden.

Wie das Innenministerium erklärt, habe die Staatsanwaltschaft München II nach den Brucker Taten des Mannes und seiner vorläufigen Festnahme „im Hinblick auf Art und Umfang der damals bekannten Taten und fehlende Vorstrafen aus Verhältnismäßigkeitsgründen kein Haftantrag gestellt.“ Der Tatverdächtige sei nach Benennung eines Zustellungsbevollmächtigten und erfolgter Beschuldigtenvernehmung wieder entlassen worden. Nach den Taten von Eichstätt aber habe das Amtsgericht Ingolstadt Haftbefehl gegen L. erlassen.

Nach der U-Haft in Neuburg an der Donau sei er am 10. März am Amtsgericht Ingolstadt wegen Diebstahls in sechs Fällen zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von einem Jahr und vier Monaten verurteilt worden. Seitdem befinde sich der Verurteilte in Strafhaft in der Justizvollzugsanstalt Bernau. Noch ausstehend sei ein Urteil wegen fünf Fällen des Diebstahls im besonders schweren Fall zum Amtsgericht München, Schöffengericht.

Wurde dem Mann nun aber erneut die Abschiebung angedroht? Der Betroffene befinde sich in Strafhaft, heißt es in der Antwort. Die Ausländerbehörde prüfe den Erlass einer Ausweisungsverfügung mit dem Ziel, zur Überwachung der hierdurch entstehenden Ausreisepflicht eine Abschiebung direkt aus der Haft heraus zu vollziehen. Der Fall gilt unter Beobachtern als exemplarisch. Letzlich aber habe sich die Arbeit der Polizei dann doch als erfolgreich erwiesen, hieß es.

Thomas Steinhardt

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