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Sie sind BAAL: Die DJs Matthias Schüll (l.) und Matthias Dräxler gehen nach Berlin.

BAAL machen Abschiedsparty

Bekanntes DJ-Duo zieht von Bruck nach Berlin

Fürstenfeldbruck – Das wohl bekannteste DJ-Duo Brucks verlässt die Kreisstadt: BAAL ziehen nach Berlin – der richtige Ort, um in der elektronischen Musik weiterzukommen, sagen sie. Ganz klammheimlich gehen die beiden aber nicht: Am Freitag wird noch einmal groß Abschied gefeiert.

Es klingt nach Klischee, nach dem Berlin-Hype der 1990er- und Nuller-Jahre, wenn man als DJ sagt, man zieht in die Bundeshauptstadt. Doch in diesem Fall stimmt das Klischee mit der Realität überein, sagen Matthias Schüll (31) und Matthias Dräxler (26), die gemeinsam als Duo mit dem Namen BAAL seit einigen Jahren hauptberuflich elektronische Musik machen und auf internationalen Bühnen auflegen. Berlin sei für Künstler immer noch die richtige Adresse, sagt Dräxler. Schüll findet: „Der kreative Pulsschlag Deutschlands liegt in Berlin.“

Sie kennen es ja schon gut, dieses Berlin, das eine ganz andere Dichte an Künstlern und Clubs aufweisen kann als das in diesem Punkt immer noch überschaubare München – schließlich haben die Brucker schon genügend Auftritte und Freunde in Berlin. „Die Leute sammeln sich dort“, sagt Schüll. Das heißt: bessere Produktionsbedingungen für die Musik. Wenn man eine Zusammenarbeit mit jemandem auf den Weg bringen möchte, kann man das gleich vor Ort erledigen. Gleichzeitig sind die Kosten für die Musiker deutlich geringer – für Arbeitsraum und Wohnung etwa.

Durch die vielen Bekanntschaften habe man im „Ballungsraum der elektronischen Musik“ auch die Möglichkeit, unter besseren Produktionsbedingungen, zum Beispiel in teuren Studios zu arbeiten, sagt Dräxler. Die Wege kürzer, die Ideen vielfältiger – es sind eigentlich die klassischen Argumente, die für Dräxler und Schüll mit ausschlaggebend für den Umzug waren. „Das führt einfach zu neuem Input“, meint Schüll.

"Wir werden den Schlachthof vermissen"

Im Juli brechen die beiden ihre Zelte in der Heimatstadt ab. Beide verhehlen auch nicht, wie es in Bruck immer wieder Schwierigkeiten provinzieller Art gegeben hat – an einigen Spielorten wurden sie mehrmals brüsk abgelehnt. Vermissen werden sie in der Großen Kreisstadt trotzdem einige Dinge: An erster Stelle den Schlachthof als kreatives Zentrum der Jugend. Der Modern Music School, wo sie ihren Arbeitsraum haben und die sie sehr unterstützt hat, sind sie dankbar. Wenn BAAL weg sind, wird es für die Partygänger im Landkreis doch auch Einschnitte geben. Immerhin machen Dräxler und Schüll die Hälfte des Organisationsteam der Konta-Rave-Veranstaltungen aus. „Es wird schwierig“, gibt Dräxler zu, auch wenn er noch nicht ganz mit dem Projekt abschließt – die Anzahl der Veranstaltungen wird aber deutlich nach unten gehen.

Warum sie nun schon so früh vor ihrer Abreise mit einer extra Party im Buck Rogers Auf Wiedersehen sagen? „Sonst kommen wir nicht mehr dazu.“ Arbeitstermine und Club-Belegung haben dazu geführt, dass schon am Freitag Abschiedsparty angesagt ist. Dräxler und Schüll legen auf. Gleichzeitig wünschen sie sich, dass viele Leute vorbeikommen, mit denen sie anstoßen und den Abend genießen können.

Termin:

Der Abschied ist am Freitag, 29. April, ab 23 Uhr im Club Buck Rogers in der Hasenheide. Wer sich über Facebook anmeldet, hat bis 24 Uhr freien Eintritt.

Fabian Dilger

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