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Bäume sollen Krippen-Neubau weichen

Fürstenfeldbruck – Der Bund Naturschutz (BN) wehrt sich gegen das geplante Kinderhaus in einem bislang ungenutzten Teil des Kester-Haeusler-Parks. Ausgerechnet ein kleines Wäldchen mit nicht weniger als 37 Bäumen würde dem Neubau zum Opfer fallen, kritisieren die Naturschützer in einer Stellungnahme zu der vorgesehenen Bebauungsplan-Änderung.

Das Kinderhaus mit Krippe sollte ursprünglich direkt vor der gerade entstehenden psychiatrischen Klinik situiert werden. Nach einer Ortsbesichtigung hatte der Planungsausschuss des Stadtrats aber mehrheitlich für die Verlegung gestimmt. An dem neuen Standort, so die Zählung der Verwaltung, würden insgesamt weniger und zudem weniger erhaltenswerte Bäume weichen müssen als an dem ursprünglich favorisierten Platz. Außerdem wurden städtebauliche Gründe angeführt: Der Neubau würde die Flucht der südlich angrenzenden Wohnhäuser aufnehmen statt wie ein Riegel vor der Klinik zu liegen.

Im Sinne der Hauesler-Schwestern, die ihren großen Besitz zwischen Dachauer- und Stadelberger Straße in eine Stiftung eingebracht hatten, wäre es eigentlich gewesen, den gesamten Park zu erhalten, hieß es beim jüngsten Stammtisch der BN-Ortsgruppe. „Jetzt wird er Stück für Stück verscherbelt, um Profit zu machen“, schimpfte ein Mitglied in der Runde. Kurz zu Gast war auch BBV-Stadtrat Karl Danke, der von einer „großen Erschütterung“ in seiner Fraktion angesichts der neuen Pläne sprach. Tatsächlich hatten im Ausschuss allerdings nur Uli Schmetz (SPD) und zwei CSU-Mitglieder gegen die Verlegung gestimmt.

In seiner dreiseitigen Stellungnahme kritisiert der Bund Naturschutz, dass durch den Klinik-Neubau bereits ein Großteil des früheren Parks zerstört werde. Die Dimension des dreigeschossigen Baukörpers mit 13 Metern Wandhöhe halten die Naturschützer für übertrieben. 111 Kinder würden hier eingepfercht, kritisierte BN-Mitglied Thomas Brückner beim Stammtisch.

Für den geplanten Veranstaltungsraum im Dachgeschoss fehle es zudem an Parkplätzen. Die Naturschützer halten der Stadt außerdem vor, dass keine alternativen Standorte geprüft worden seien. Entweder gleich in der näheren Umgebung oder auf einem Grundstücksteil, auf dem weniger Kahlschlag erforderlich wäre.

Bauherr wäre die Stiftung, betrieben würde das Kinderhaus vom Roten Kreuz, das bereits jetzt eine (provisorische) Krippe an der Dachauer Straße führt. Erschlossen werden soll das Areal von der Adolf-Kolping-Straße, zu Fuß aber auch über den Karl-Trautmann-Weg erreichbar sein. Zuvor sollen noch die Ergebnisse eines Verkehrsgutachtens und einer schalltechnischen Untersuchung abgewartet werden.

Olf Paschen

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