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Trump oder Clinton? Am 8. November entscheidet sich, wer ins Weiße Haus einziehen wird.

Vor den US-Wahlen

Banger Blick nach Amerika

Landkreis - Hillary Clinton oder Donald Trump: Am Dienstag steht fest, welcher der beiden US-Präsidentschaftskandidaten die nächsten vier Jahre im Weißen Haus regiert. Einschätzungen von Landkreis-Bürgern.

Susan Schaubhut hat nicht gewählt. „Die Amerikaner haben die Wahl zwischen einem schlechten Kandidaten und einem noch schlechteren“, sagt sie. Geboren wurde die 35-Jährige im US-Bundesstaat Pennsylvania, der im Osten des Landes liegt. Aber Schaubhut lebt seit elf Jahren in Deutschland. Zusammen mit ihrem Mann und ihren drei kleinen Kindern wohnt sie in Germering.

„Mittlerweile schlägt mein Herz eher für Deutschland als für die USA“, sagt sie. Sie plant nicht, in ihre Heimat zurückzukehren. „Meine Eltern leben in Amerika. Ich habe aber hierzulande meine eigene Familie.“ Den US-Wahlkampf verfolgt sie kritisch.

Sie gibt zu, kein Fan Barack Obamas zu sein. Den republikanischen Kandidaten, den Unternehmer und Milliardär Donald Trump, hält sie aber als Nachfolger ungeeignet. „Nie im Leben würde ich ihn wählen. Er ist unfassbar schlecht.“ Vor allem sein Umgang mit Menschen gefällt ihr nicht. „Ein Präsident muss auch mit Leuten klarkommen, die ihm unsympathisch sind“, so die 35-Jährige, die im Marketingbereich arbeitet. Dafür sei Trump nicht erwachsen genug.

Doch viele ihrer Freunde stünden hinter ihm. Wer das Rennen macht, weiß Schaubhut nicht. „Vermutlich Clinton.“ Ihrer Ansicht nach wäre die Demokratin das geringere Übel – wenn auch nicht perfekt: „Hillary lügt. Sie wirkt unecht und gefühlskalt. So, als ob sie kein Herz hätte.“

Michael Rosenheimer, Chef des Mammendorfer Instituts für Physik und Medizin, hat eine Geschäftsreise genau so gelegt, dass er die Endphase des US-Wahlkampfs hautnah miterleben kann. Seine Firma ist international, also auch in Amerika, tätig. Als Inhaber einer Greencard dürfe er zwar nicht bei der Wahl mitbestimmen, so Rosenheimer. Dennoch erlebe er die heiße Phase als sehr spannend.

Im Fernsehen würde fast ununterbrochen über den Wahlkampf berichtet – vor allem über die Fehler der Kandidaten. Das sei sehr unterhaltsam. Gleichzeitig sieht er die Verzweiflung der Wähler. Es würden auch Forderungen nach einer dritten Partei laut. „Keiner der beiden ist beliebt. Es scheint, als müssten die Amerikaner zwischen Pest und Cholera wählen.“

Wer am Ende die Nase von haben wird, weiß auch Rosenheimer nicht. Zuerst habe er einen Sieg Trumps vermutet, dann habe Clinton aufgeholt. Doch nach ihrer E-Mail-Affäre, bei der sie Dienstmails über einen Privatserver verschickt haben soll, hole nun der republikanische Milliardär wieder auf. „Trump wird extrem knapp siegen.“

Rosenheimer selbst habe keinen Favoriten. Ihm seien – wie wohl vielen Amerikanern auch – beide Kandidaten suspekt. „Für das internationale Parkett ist Clinton besser geeignet. Trump ist unberechenbar – sicher keine gute Eigenschaft für den Führer einer Weltmacht.“

Der Republikaner ist für Rosenheimer ein Stimmungsmacher. „Er ist wie Clinton ein Machtmensch. Aber er spricht Dinge an, ohne drumherum zu reden. Das wollen vor allem die einfachen Leute hören.“ Ihm zufolge erinnere dies an die Erfolge von AfD und Pegida hierzulande.

Falls Trump siegt, würde er die USA wirtschaftlich isolieren, mutmaßt Rosenheimer. Sein Slogan „Make America great again“ lasse erkennen: zuerst kommt Amerika, dann lange nichts. „Er verkennt den internationalen Welthandel.“ Dadurch würde die US-Wirtschaft stark einbrechen. „Falls er keine guten Berater hat, wird diese Strategie zu einem Eigentor führen“, erklärt Rosenheimer.

Das sagen die aktuellen Umfragen zur US-Wahl

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von Regina Mittermeier

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