Berichte über die Lage der Landwirte: Kreisbauern-Vize-Obmann Josef Wörle, die Landwirte Benedikt und Ulrich Baader, Kreisobmann Johann Drexl, Kreisbäuerin Gabi Holzleitner und ihre Stellvertreterin Margit Schmölzl. Foto: Daschner

Bauern erwarten Rekord-Ernte beim Mais

Fürstenfeldbruck - Ein durchwachsenes Fazit ziehen die Landwirte nach dem trockensten Winter seit 1972.

Während dem Mais die diesjährige Witterung zugute kam, müssen vor allem die Bauern mit kiesreichen Böden große Einbußen beim Weizen hinnehmen.

Wie Landwirt Ulrich Baader aus Anzhofen bei der diesjährigen Erntepressefahrt des Bayerischen Bauernverbandes (BBV) erklärte, liegen die Jahresniedeschläge in der Region im Schnitt bei 850 Litern pro Quadratmeter. Bis zum 30. Juli dieses Jahres seien es aber gerade einmal 250 Liter gewesen.

Dafür erwartet der Landwirt ein sehr feuchtes zweites Halbjahr. „Seit 1. Juli haben wir schon 130 Liter“, erklärte er. Am Ende des Jahres werde man wohl wieder auf den üblichen Mittelwert kommen. „Dieses Niederschlagsverhalten wirkt sich auf die Felder aus“, sagte Baader. Freuen kann sich der Landwirt über die anstehende Mais-Ernte. „Mais mag die warme, trockene Witterung zu Jahresbeginn und Niederschläge kurz vor der Ernte“, erklärte BBV-Kreisobmann Johann Drexl. Er sei deshalb davon überzeugt, dass es heuer eine Rekordernte beim Mais geben werde. Anders sieht es dagegen beim Weizen aus.

Auf guten Böden erwartet der stellvertretende BBV-Kreischef Josef Wörle zwar auch gute Ernten. Anders sieht es dagegen auf kiesigen Böden aus. „Da ist uns einfach das Wasser abgegangen“, sagte er. Die Folge: Laut der Vize-Kreisbäuerin Margit Schmölzl müssen Landwirte mit schlechten Böden bis zu 50 Prozent Einbußen in Kauf nehmen. Kaum zugeschlagen haben die üblichen Weizen-Krankheiten im vergangenen Jahr. „Die haben uns diesmal keine Probleme gemacht“, sagte Baader.

Dafür trat mit dem „Gelbrost“ ein Pilz auf, der nicht erwartet wurde. Durch den milden Winder sei er über das Rheinland auch nach Bayern eingewandert, erklärte Drexl. Zu rund 20 bis 30 Prozent Einbußen bei der Weizen-ernte würde dies laut Baader führen. Generell ist der BBV mit dem Weizenertrag aber nicht unzufrieden - sofern das Wetter in den nächsten Tagen mitspielt: „Da brauchen wir Erntewetter“, sagte Drexl.

Andere Sorgen bereitet den Bauern der Rapps. Die Erträge seien hier zwar auch gut, allerdings sind die Preise im Keller. Von 50 Euro pro Doppelzentner vor drei Jahren ist er auf derzeit 28 Euro gefallen. Nicht ganz so dramatisch ist der Preisverfall beim Weizen. Gleichwohl sanken die Erlöse im gleichen Zeitraum auch hier von rund 23 auf 16 Euro - ein Vierjahrestief wie Drexl erklärte. „Gleichzeitig steigen aber die Pachtpreise für die Landwirte“, beklagte der BBV-Obmann. „Die Schere geht immer weiter auseinander.“

Andreas Daschner

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