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Knapper Wohnraum

Bauland für Einheimische

Wohnraum ist knapp im Münchner Speckgürtel – auch in Grafrath. Deshalb will die Gemeinde nun Bauland in Mauern ausweisen. 2018 könnten die Bagger rollen.

Grafrath – Im Verfahren zum Ortsentwicklungsplan wurde auch darüber nachgedacht, welche Flächen für Siedlungen in Frage kommen könnten. Einstimmig hat der Gemeinderat nun beschlossen, einen Teil eines gemeindlichen Grundstücks in Mauern zu entwickeln. Rund 5000 Quadratmeter Bauland sollen dort entstehen, also zwischen acht und 14 Parzellen – je nachdem, was der Bebauungsplan, der noch aufgestellt werden muss, vorsieht.

„Wir hoffen, dass wir damit zumindest einen Anteil des Bedarfs, den wir haben, decken zu können“, sagt Bürgermeister Markus Kennerknecht auf Nachfrage. Denn auch in Grafrath zögen junge Leute fort, weil sie im Ort selbst keine Wohnung fänden.

Vergeben werden sollen die Grundstücke nach dem Einheimischen-Modell. Besonders soziale Aspekte wie die Anzahl an Kindern oder in einem Haushalt lebende schwerbehinderte Menschen fließen mit ein. Der Verkaufspreis soll sich am Bodenrichtwert orientieren.

„Es soll kein reines Einheimischenmodell, sondern nach sozialen Gesichtspunkten ausgerichtet sein“, sagte Peter Kaifler (Grüne). Hartwig Hagenguth (BfG) schlug vor, Ausschreibung wie Vergabe offener zu gestalten. Laut Roger Struzena (Grüne) sollte man auch die Menschen mit einbeziehen, die lediglich in Grafrath arbeiten.

Dem entgegnete Klaus Rüth (GE), dass das vorgesehene Baugebiet für sozialen Wohnungsbau wenig geeignet sei. „Dazu müsste es näher an der Ortsmitte liegen.“ Josef Heldeisen (SPD) wies noch auf die EU-Richtlinien hin, die Einheimischen-Modelle ablehnt, weil Auswärtigen jede Möglichkeit eines Kaufs genommen werde. Man solle die Ausschreibung so umformulieren, dass man Wohnraum nur vorrangig nach bestimmten Kriterien an Ortsansässige vergeben solle. Bürgermeister Kennerknecht wies darauf hin, „dass in Grenzen durchaus eine Förderung für die eigene Bevölkerung zulässig ist“. Dies gelte im Rahmen des sozialen Wohnungsbaus.

Die Verwaltung hat bereits Kontakt mit einer Rechtsanwaltskanzlei aufgenommen, um Kriterien für einen Vergabekatalog zu erstellen. Ein Entwurf soll dann dem Gremium vorgestellt werden.

Um Bauland zu schaffen, muss auch der Flächennutzungsplan entsprechend geändert werden. Zudem muss ein Bebauungsplan erarbeitet werden. Bürgermeister Kennerknecht hofft, dass die Bauleitplanung 2017 abgeschlossen sein wird. „Dann könnten wir 2018 mit der Erschließung beginnen.“

Hans Kürzl

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