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Themen-Jahr 2019: Jetzt dreht sich alles um Puchheim-Ort

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Puchheim-Ort aus der Vogelperspektive: Der Betrachter blickt hier aus nördlicher Richtung auf den dörflichen Teil der Stadt. © Gehre

In Puchheim schlagen zwei Herzen: Hier der städtische Teil rund um den Bahnhof, dort der dörflich geprägte Ort. Gerade die Ortler fühlen sich oft ein wenig stiefmütterlich behandelt. Das soll sich heuer ändern. 2019 steht das Dorf ganz weit oben auf der städtischen Agenda.

Puchheim-Ort – Zugegeben: Der Vergleich mit dem kleinen gallischen Dorf hinkt etwas. Puchheim-Ort muss sich nicht gegen fremde Invasoren erwehren. Und auch den berühmten Zaubertrank sucht man hier vergebens. Stolz sind die Ortler aber allemal auf ihr Dorf. Man kennt sich, man hilft sich und die in Puchheim-Bahnhof werden nur die „Mosler“ genannt. Das war schon immer so. Dass es für immer so weiter geht, darf aber ernsthaft angezweifelt werden. Denn der rasante Wandel ist längst im Dorf am Gröbenbach angekommen. Leute von außerhalb zieht es in den Ort, Alteingesessene sterben weg, wo einst Bauernhöfe standen, wachsen Wohnhäuser in die Höhe. Tradition und Brauchtum haben es in diesem Umfeld zusehends schwerer. Puchheim-Ort wird städtischer.

Miteinander reden

Wie aber soll die Stadt mit diesen Erkenntnissen umgehen? Für Bürgermeister Norbert Seidl ist klar: Es geht nur mit den Bürgern, mit Dialog und Teilhabe. Auch deshalb hat der Rathaus-Chef das Dorf weit nach oben auf der städtischen Agenda befördert. Der Titel des Themen-Jahres 2019 lautet deshalb: Puchheim-Ort.

„Das Elixier einer Kommune ist das Miteinanderreden“, sagt Seidl. Deshalb will er einen Dialog anstoßen und hofft, dass dieser sich dann verselbstständigt. Im Kern soll es darum gehen, wie sich der Ort in den nächsten Jahrzehnten entwickeln soll. Fragen seien dabei etwa: „Wie viel Wohnen lassen wir zu, wie viel Verkehr können wir verkraften?“

Ein Beispiel ist das städtische Grundstück an der Augsburger Straße neben der Alten Schule. Seit Jahren liegt es brach. Wie es genutzt werden soll – etwa für Mehrgenerationen-Wohnen, für Kinderbetreuung oder etwas ganz anderes – sollen die Ortler mitentscheiden. „Es sollen möglichst viele zu Wort kommen“, sagt Seidl.

Auftaktveranstaltung

Los gehen soll es bereits in der kommenden Woche mit einer Auftaktveranstaltung. Dazu hat die Stadt ausgewählte Ortler Akteure von Vereinen, aus der Wirtschaft, der Kirche, dem Stadtrat und der Verwaltung eingeladen. Die Veranstaltung steht – wie der gesamte Prozess – unter dem Motto „Puchheim-Ort – Stadt und Land miteinand. Ort und Bahnhof beieinand.“

Seidl erhofft sich eine ähnliche Aufbruchstimmung wie vor 25 Jahren. Damals stand die Dorferneuerung auf dem Programm. Diese Stimmung sei mittlerweile aber wieder verpufft. Die Macher von damals seien älter geworden, jetzt seien die Jüngeren am Zug. Bürgermeister Seidl erklärt: „Deshalb hoffen wir auch auf eine hohe Beteiligung der jungen Leute.“ (Tobias Gehre)

Kommentar

n Puchheim-Ort zu leben, ist wunderbar. Man hat seine Ruhe, die Leute sind freundlich und verkehrstechnisch könnte das Dorf kaum besser liegen. Und natürlich gibt es noch viele andere Vorteile, die dieser Ort bietet. Doch irgendwie geht es nicht so recht voran. Das Leben dümpelt dahin. Deshalb kommt der Impuls, den die Stadt jetzt setzt, zur richtigen Zeit. Sich dabei aber auf die Obrigkeit zu verlassen und zu warten, was passiert, kann keine Lösung sein. Die Ortler müssen mitmachen, Ideen einbringen, Engagement zeigen. 

Wohin die Reise geht, muss sich zeigen. Mit gutem Beispiel vorangegangen sind etwa die Organisatoren des Christkindlmarktes am Kreuthof. Das war zwar nur ein kleines Event, wie es auf Neudeutsch heißt – aber ein Anfang. Doch natürlich muss auch die Stadt zeigen, dass sie es ernst meint. Zu oft herrschte schon Enttäuschung im Ort über das, was „die da drüben“ machen. Das Gefühl, zu kurz zu kommen, benachteiligt zu werden, flammt immer wieder auf. Das Themenjahr ist für die Stadt also auch eine gute Chance, Boden außerhalb des Mooses gut zu machen. (Tobias Gehre)

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