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Bayerns Bierkönigin kommt aus Olching

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Königin des Bayerischen Biers: Franziska Sirtl aus Olching. © dpa

Olching - Franziska Sirtl aus Olching ist "Bayerische Bierkönigin 2009". Die 27-Jährige wird in den nächsten 12 Monaten das Bierland Bayern repräsentieren. 95 Frauen hatten sich um den Titel beworben.

Franziska Sirtl war sprachlos, als sie Dienstagnacht in München auf den Thron geführt wurde. Die 27-jährige Wirtstochter aus Olching (Kreis Fürstenfeldbruck) hatte mit sechs Konkurrentinnen um das Amt der ersten bayerischen Bierkönigin gekämpft – dabei war sie erst im letzten Moment in den Wettbewerb eingestiegen.

Bayerns Bierkönigin kommt aus Olching

„Ich habe mich erst zehn Minuten vor Ablauf der Anmeldefrist entschieden“, gibt die frischgebackene Hoheit zu. Und zwar auf Drängen ihrer Schwester Yvonne. Franziska Sirtl, gelernte Bankkauffrau, hatte das Ganze zunächst abgetan – „als Werbeaktion von irgendeiner Brauerei“. Doch als sie erfuhr, dass es keine Aktion für eine einzige Brauerei ist, sondern der bayerische Brauerverband für Bier schlechthin werben will, bewarb sich die Oberbayerin – denn Bier, das ist ihr wichtig. Denn erstens schmeckt ihr Bier richtig gut, zweitens gehört es für sie einfach zur bayerischen Tradition und drittens ist es ein Teil ihres Lebens: Ihre Eltern betreiben das 111 Jahre alte Wirtshaus „Zum Haderecker“ in Olchinger Ortsteil Graßlfing.

Die Kandidatinnen

Franziska hat dort schon als kleines Kind ausgeholfen. Wann sie ihr erstes Bier getrunken hat, weiß sie nicht mehr – aber dass sie noch so klein war, dass es ihr zunächst überhaupt nicht geschmeckt hat. Erst mit 18 Jahren sei sie so richtig auf den Geschmack gekommen. Prosecco mag sie dagegen immer noch nicht. Dann schon lieber ein Weißbier, je nach Situation mit oder ohne Alkohol. Ihre Lieblingsbiermarke verrät sie freilich nicht – schließlich repräsentiert sie als Königin nun alle bayerischen Biere.

Die ganze Familie, ihre Eltern und die vier Schwestern, fieberten in der Wahlnacht mit. Und dann wurde der Traum Wirklichkeit. „Im ersten Moment war ich so überwältigt, dass ich gar nichts sagen konnte“, verrät Franziska. „Und dann ist mir ein Stein vom Herzen gefallen.“ Schließlich hatte sie wochenlang auf diesen Moment gewartet.

Ein paar Minuten später saß die Olchingerin auf ihrem Thron, mit frisch geschmiedetem Diadem und extra angefertigtem Charivari. Franziska hatte zahllose Internetnutzer, 150 geladene Gäste und die prominente Jury überzeugt. Sie hat laut Brauerbund „eloquent und schlagfertig, aber auch mit viel Wissen rund ums bayerische Bier“ gepunktet.

Franziska: Keine Spezialistin in Sachen Bier

Als Spezialistin in Sachen Bier sieht sich Franziska aber nicht – „andere Kandidatinnen kannten sich fachlich sicher besser aus“, meint die Olchingerin. Wie hat sie es dann geschafft, von fast allen Jury-Mitgliedern die volle Punktzahl zu bekommen? „Ich hab mein strahlendstes Lächeln aufgesetzt, und versucht, so natürlich wie möglich auszusehen – ich tue einfach mein Bestes.“ Das hat überzeugt.

Zum Feiern hatte sie noch gar keine Zeit, denn „nach der Wahl ist erst einmal die Presse auf mich zugestürmt.“ Überwältigend sei das gewesen, auch wenn sie noch etwas unsicher ist. „Aber es ist schon toll, wenn sich alle um einen reißen.“ Dieses Gefühl wird die Olchingerin erst einmal weiterhin begleiten, nach unzähligen Interviews geht es heute zum Antrittsbesuch bei Agrarminister Helmut Brunner. Wohin sie ihre repräsentativen Pflichten führen werden, weiß sie allerdings noch nicht genau – sicherlich geht es in alle Welt. Trotz des Rummels aber ist klar: Ihren Job bei der Bank behält sie. Und an Wochenenden will sie daheim im „Haderecker“ hinter der Theke stehen. Als bodenständige Botschafterin des Biers.

Nina Praun

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