Hatte vor 20 Jahren die Idee zum irischen Pub im Schusterhäusl: Martin Kern-Emden. foto: Daschner

Cobbler’s im Schusterhäusl

Bei ihm wird seit 20 Jahren irisch gefeiert

Germering – Seit 20 Jahren wird im Irish Pub Cobbler’s im Schusterhäusl die irische und die schottische Tradition hochgehalten. Das Jubiläum feierte Inhaber Martin Kern-Emden mit einem zweitägigen Konzert - und auch ein wenig Wehmut. Denn die Auftritte zum Geburtstag im großen Saal waren vermutlich die letzten.

Der große Raum wird mittlerweile vom Hostel-Betrieb im Schusterhäusl in Anspruch genommen. Die kurzfristigen Auf- und Umbauten für Konzerte sind deswegen sehr aufwändig, sagt der Pub-Betreiber. Das heißt aber nicht, dass es im Cobbler’s künftig keine Musik mehr gibt. Die Auftritte werden sich aber auf das Pub im Keller beschränken. Weil dort der Platz begrenzt ist, will Kern-Emden bevorzugt auf Solokünstler setzen. „Wir hatten auch schon größere Bands, aber dann haben einfach weniger Zuschauer Platz.“

Die Idee zum Pub entstand vor etwas mehr als 20 Jahren bei einem Kartenspiel-Abend mit Freunden im Schusterhäusl. Eigentlich war es eine Bierlaune, „doch von dem Abend an brodelte die Idee in mir“, sagt Kern-Emden. Und tatsächlich: Nachdem er einige Erkundungen eingeholt hatte, eröffnete der Germeringer ein halbes Jahr später das Cobbler’s.

Neben perfekt eingeschenktem Guinness – das ist laut Kern-Emden eine richtige Kunst – spielen die Besucher auch gerne und oft eine Runde Dart. „Vor allem während und nach der Weltmeisterschaft waren die Scheiben immer gut belegt“, erzählt der Inhaber. Außerdem trägt im Cobbler’s auch der Verein „Dart Art“ seine Spiele aus. „Und einmal im Monat findet außerdem ein Turnier statt.“

Doch was wäre die irische Lebensweise ohne Musik. Immer beliebter werden Sessions im Pub. „Alle zwei bis drei Wochen treffen sich hier Musiker und machen gemeinsam Musik“, erzählt Kern-Emden. Die Termine gibt er absichtlich nicht vorab bekannt – auch um die Gäste zu überraschen. „Wer keine Session verpassen will, soll einfach jeden Tag vorbeikommen“, sagt der Germeringer mit einem Augenzwinkern.

Im Cobbler’s traten aber auch schon Größen wie die Old Blind Dogs und Andy Irvine, eine Legende des Irish Folk, auf. Dass er den Folk-Übervater Irvine sogar mehrfach ins Cobbler’s holen konnte, darauf ist Kern-Emden besonders stolz. Und auch beim Jubiläumskonzert waren mit Deitsch, den More Maids und vor allem Cara drei namhafte Gruppen am Start. Die Iren von Cara haben sich in den letzten Jahren zu einer echten Szene-Größe gemausert. Dass Kern-Emden sie nach Germering lotsen konnte und dafür auch noch einmal den großen Saal belegte, verdankte er seiner eigenen Voraussicht.

„Ich habe die Band vor sechs Jahren gesehen und mir damals schon gedacht, dass die mal etwas Großes werden könnten.“ Kurzerhand machte er seinerzeit bereits aus, dass Cara zum 20-Jährigen des Cobbler’s auftreten werden – ein würdiges Finale für die Konzerte im großen Saal.

Unabhängig von den Konzerten erfreut sich das Pub weiter großer Beliebtheit. „Das Interesse an der irischen und schottischen Tradition ist ungebrochen“, sagt Kern-Emden. Viele Gäste kämen, um in Erinnerungen an Besuche in Irland oder Schottland zu schwelgen. Ein Ende des Betriebs ist nicht in Sicht. „Ich mache so lange weiter, wie es geht und es Spaß macht.“ Auch wenn der 54-Jährige zugibt: „Je älter ich werde, desto anstrengender wird die Arbeit.“ (ad)

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Tödlicher Unfall am Bahnhof in Türkenfeld - Behinderungen im S-Bahnverkehr
Furchtbarer Unfall am Mittwoch in der Früh am Bahnhof in Türkenfeld: Ein 37-Jähriger ist von einer S-Bahn erfasst und dabei tödlich verletzt worden.
Tödlicher Unfall am Bahnhof in Türkenfeld - Behinderungen im S-Bahnverkehr
Ziel 21: Vorstand und Beirat für weitere zwei Jahre bestätigt
Der Germerswanger Gottfried Obermair bleibt für weitere zwei Jahre Vorsitzender von Ziel 21.
Ziel 21: Vorstand und Beirat für weitere zwei Jahre bestätigt
Nord-Süd-Durchblick soll bald wieder stehen
Der Nord-Süd-Durchblick, der über 25 Jahre am nördlichen Bahnhofsvorplatz stand, soll restauriert und wieder aufgestellt werden.
Nord-Süd-Durchblick soll bald wieder stehen
Sie sammelt Brillen für die Ärmsten
Hannah Wipplinger ist 15 Jahre alt, geht in die 9. Klasse am Max-Born-Gymnasium – und hat ein großes Herz.
Sie sammelt Brillen für die Ärmsten

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.