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Prüft das Profil der Lkw-Reifen: Ulrich Klenk, Logistik-Leiter der Brauerei Kaltenberg.

Jetzt wird es frostig

Bei Lkw-Winterreifen ist auch der Preis XXL

Fürstenfeldbruck – Das Wetter wird frostiger und das heißt: Allerhöchste Zeit für Winterreifen – auch bei Lastwagen. Doch während die Prozedur für Autofahrer oft einfach lästig ist, kommt sie den Betreibern großer LKW-Fuhrparks so richtig teuer. Winterreifen XXL sind – auch was den Preis angeht – definitiv eine Klasse für sich.

 Jeder, der ein Auto hat, kennt das: pünktlich im Herbst heißt es Reifen wechseln. Während Pkw-Fahrer je nach Marke schon ab 30 Euro ein winterfestes Exempler bekommen, müssen Lkw-Besitzer weitaus tiefer die Tasche greifen.

Etwa 700 Euro müsse man für einen hochwertigen Reifen einplanen, sagt Ulrich Klenk, der im Vertrieb der Brauerei Kaltenberg beschäftigt ist. Dieser würde dann – je nach Auftragslage und den Fahrgewohnheiten – ungefähr 100 000 Kilometer halten, bevor neue Winterreifen angeschafft werden müssten. Das entspräche einer Nutzungsdauer von zwei bis drei Jahren. „Ab einer Profiltiefe von vier Millimetern ist ein Winterreifen für unsere Bedürfnisse nicht mehr brauchbar“, erklärt Klenk.

Rechnet man mit 700 Euro pro Reifen, lässt sich erahnen, welche Summen auf die Unternehmen zukommen. Um einen dreiachsigen Lkw neu zu bereifen, würden etwa 4200 Euro fällig. Wie Klenk erzählt, werden bei der Brauerei Kaltenberg jedes Jahr zwölf Laster mit neuen Reifen ausgestattet. Den Service übernimmt ein Fachdienst, dessen Mitarbeiter im Schnitt fünf bis sechs Stunden brauchen, wie Logistik-Leiter Klenk erklärt.

Doch wie sieht es bei Busunternehmen aus? Andreas Böck, Mitarbeiter der Firma Neumeyr, erklärt: „Wegen der Sicherheitsauflagen muss das Reifenpaar der Vorderachse jedes Jahr bei allen Bussen erneuert werden.“ Die Vorderachse ist beweglich, deshalb haben die dort befestigten Räder mehr Abrieb. Ein neuer Reifen für einen Linienbus würde im Schnitt 400 Euro kosten, einer für Reisebusse ungefähr 500 Euro, sagt Böck. Bei letzterem ist der Kautschuk etwas dicker. Im Allgemeinen gehe man davon aus, dass die Reifen im normalen Betrieb etwa 80 000 Kilometer halten.

Etwa 48 000 bis 50 000 Euro würde es kosten, alle 20 Busse des Unternehmens mit neuen Reifen auszustatten. Und richtig teuer kann es für die Unternehmen werden, wenn unterm Jahr ein Malheur passiert. „Die scharfkantigen Randsteine sorgen manchmal für irreparable Schäden“, so Böck. Dann müsse schnell ein neuer Reifen besorgt werden. So lange ein Wagen fahrunfähig sei, koste er nur Geld.

Wer intakte Reifen nicht gleich wegwerfen will, hat eine kostengünstigere Möglichkeit, das Profil zu erneuern. Wie Böck erzählt, könne eine Spezialfirma ein Profil auf die Karkasse, also den inneren Mantel des Reifens, aufziehen. „Dadurch hat der Reifen sozusagen ein zweites Leben.“ Ein neu vulkanisiertes Profil schlägt mit etwa 200 Euro pro Stück zu Buche und ist somit günstiger als ein komplett neuer Reifen.

Auch ein drittes Leben wäre denkbar, da es hierzu keine explizite Regelung vom Gesetzgeber gibt. Dennoch würde Böck im Zweifel lieber neue Reifen kaufen: „Wenn wir unsere Fahrer losschicken, wollen wir ein gutes Gewissen haben.“

Optimal für Unternehmen wären Ganzjahresreifen, meint der Adelshofener Fuhrunternehmer Christian Furtmeier. Doch: „Den müssen die Hersteller erst noch erfinden.“ (Michael Darchinger)

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