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Massen an Büchern und Besuchern: Dicht an dicht drängen sich die Besucher in der Wildmooshalle und stöbern noch Schätzen. 

Großer Bücherflohmarkt in Gröbenzell 

Beim Büchertransport ist Kreativität gefragt

Kaufrausch in der Gröbenzeller Wildmooshalle: Der Bücherflohmarkt am Wochenende hat wieder zahlreiche Literaturfreunde angelockt. Kein Besucher ging mit leeren Händen nach Hause, einige hatten sogar Transportprobleme.

Volle Tüten: Richtig zugeschlagen haben Heike Eichinger und Sohn Phillip. 

Gröbenzell – „Und noch ein Buch und noch eines und vielleicht dieses auch noch.“ Das mögen die meisten Besucher des Bücherflohmarkts denken. Bei den günstigen Preisen kommt der ein oder andere schnell in Versuchung mehrmals zuzugreifen. Der Ansturm ist enorm. Bereits vor Öffnung der Türen am Samstag um 10 Uhr bildet sich vor dem Eingang eine riesige Warteschlange. Die Besucher sind ausgestattet mit Tragetaschen, Klappkisten, Koffern, Körben und vielerlei anderem, in dem man große Mengen an Büchern verstauen kann. Den gesamten Vormittag ist die Wildmooshalle dann komplett ausgelastet, die Wartezeiten an der Kasse betragen teils über eine halbe bis dreiviertel Stunde

Auch Gregor Abraham aus Kleinberghofen (Kreis Dachau) ist gekommen. Er stöbert nach Comics und Karikaturen. Bereits seit zwölf Jahren besucht er den Bücherflohmarkt – und ist dementsprechend ausgerüstet: mit einer Kiste. „Inzwischen habe ich schon fast alles, früher hatte ich drei bis vier Kisten dabei“, erzählt er. Doch irgendwie hat er sich verschätzt. Eine Box reicht dieses Mal nicht, zu viele Bücher hat er gefunden. Deshalb verstaut er den Überschuss im Rucksack.

Angesichts der vielen gesammelten Schätze, die es gilt, nach Hause zu transportieren, müssen die Besucher kreativ werden. Leere Kartons dienen als Tragehilfe, Plastiktüten werden dreifach, Stofftüten immerhin zweifach verstärkt. Vor der Tür bandagieren die einen ihre Funde mit rollenweise Klebeband, damit sie in den Fahrradkörben halten, die anderen haben sich vorbereitet und ihren Drahtesel mit einem Anhänger ausgestattet. Hier sorgen Spanngurte für einen sicheren Halt.

Geschickt macht es auch Helga Leibrecht: Ihre Funde werden erst einmal bei ihrer Tochter in Gröbenzell eingelagert und dann in einigen Tagen in Ruhe nach Deggendorf transportiert. Enkeltochter Johanna hat ihre Spiele vorsorglich in große Einkaufstüten gepackt. „Bevor wir zahlen, müssen wir allerdings erst noch etwas aussortieren“, sagt Oma Helga mit Blick auf die überfüllten Tragetaschen und den kleinen Kofferraum des Fünfsitzers.

Gregor Abraham hat eine Kiste mitgebracht, doch die reicht nicht. Zu viele Comics hat er gefunden. 

„Wir sind seit vielen Jahren hier und haben uns daher schon perfekt eingestellt“, erzählt Paul Binder (59). Mit Enkel Noah hat er Spiele, Bücher und CDs in einer großen Sporttasche verstaut. So ist der Weg nach Hause am bequemsten“, meint der Mammendorfer.

Elisabeth Girgelmayer aus Utting, die beim Schließen ihres Koffers einige Probleme bekommt, hat sich bereits zuvor Gedanken gemacht: „Zwar bin ich mit dem Auto da, nur musste ich weit weg parken und habe mir daher gleich meine Tasche zum Hinterherziehen mitgenommen.“

Andere hingegen setzen auf den familieneigenen Tragedienst. Heike Eichinger aus Germering hat ihre drei Kinder mitgebracht. Sohn Philip (11) darf eine der vier randvollen Tüten zum Auto bringen. „Immerhin sind die Spielsachen und Comics darin für ihn“, sagt Mutter Heike und schmunzelt.

Abgekämpfte, aber glückliche Besucher lassen ihre Schätze selbst beim anschließenden Kaffee und Kuchen unter freiem Himmel nicht aus den Augen. Der ein oder andere S-Bahnfahrer hat die große Menge an Büchern unterschätzt: Vor der Halle warten reihenweise Schnäppchenjäger auf einen Abholservice von daheim.

Am Sonntagabend war dann alles vorbei – zumindest für die Besucher. Die Helfer indes mussten noch abbauen, denn bereits heute findet in der Halle wieder Schulsport statt. Aber auch die Ehrenamtlichen vom Verein „Gröbenzell hilft“ werden zufrieden sein, schließlich haben sie wieder viel Geld für Hilfsprojekte gesammelt.

von Matthias Kast 

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