Auch die Mädels von der Maisacher Dance Corporation zeigten, was sie drauf haben

Große Show im Bürgerhaus

Beim Gardetreffen sind Männer Mangelware

Mammendorf - Das Bürgerhaus in Mammendorf wurde am Wochenende zum Zentrum des oberbayerischen Faschings-Universums. Denn der Bund Deutscher Karneval (BDK) lud zum großen Gardetreffen. 30 Gruppen präsentierten sich – unter ihnen waren aber nur wenige Männer.

Viele Garden waren zwar mit Prinz und Prinzessin angetreten. Andere aber amüsierten sich auch ohne gekrönte Tollitäten königlich. Die Dance Corporation Maisach hat es beispielsweise schon vor 15 Jahren aufgegeben, eigene Faschings-Royals zu inthronisieren. „Wir haben uns damals entschieden, ein reines Showtanzprogramm zu machen“, erklärt die stellvertretende Vorsitzende Angelika Dal Ponte. Der Grund dafür war ganz pragmatisch. Es gab kaum Männer in der Garde – und die wenigen, die dabei waren, wurden zum Tanzen gebraucht und nicht zum Repräsentieren.

Derzeit sind zwei männliche Mitwirkende dabei, und Angelika Dal Ponte ist froh, dass sie der Truppe „relativ treu“ sind. In Mammendorf wirbelten die beiden Faschings-Gardisten zwischen 13 Frauen übers Parkett und lieferten bei diversen Hebefiguren einen buchstäblich starken Auftritt ab. Die Tänzerinnen in sexy hellgrünen Glitzerkleidern mit Handstulpen und federgeschmücktem Stirnband versetzten die Zuschauer gekonnt in die Welt der Revuen aus den 1920er Jahren.

„Männer fehlen beim Tanzen immer“, bestätigte Stefan Schmid die Erfahrungen der Maisacher. Er ist Hofmarschall der TSC Turnergarde Moorenweis. Die Turnergarde verzichtet ebenfalls schon lange auf ein Faschings-Prinzenpaar. „Man braucht halt die Leute dazu“, sagt Schmid. Und wenn die nicht da sind, ist man eben prinzlos glücklich. In der Moorenweiser Garde ist ein Mann allein unter neun Frauen. Gemeinsam begeisterten sie das Publikum mit ihrer Show unter dem Motto „Movie Stars“ und weckten unter anderem mit den Titelmelodien aus „Mission Impossible“, „Rocky“ und „Ghostbusters“ Erinnerungen an Filmklassiker.

Die Gaudi startete schon mittags, zunächst vor einer überschaubaren Anzahl an Zuschauern. Wer früh da war, hatte zwei Vorteile: Er konnte die besten Plätze besetzen und das volle Programm sehen. Zehn Stunden lang wechselten die Garden auf der Tanzfläche im 20-Minuten-Takt. Manche hatten Anreisen von bis zu 160 Kilometern hinter sich. Darunter waren Gruppen aus Chieming, Prien, Gmund und Schrobenhausen. Also solche, „die sonst selten im Landkreis zu sehen sind“, so Anja Völkl von den Brucker Faschingsfreunden, die gemeinsam mit dem BDK-Oberbayern das Treffen ausrichteten. (Ulrike Osman)

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