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Die Psychologin soll auch gegen die Gefahr von Burn Out kämpfen.

Sie  arbeitet fürs Rathaus

Beratervertrag mit Psychologin stellt Politiker vor Rätsel

Fürstenfeldbruck - Politiker verschiedener Fraktionen im Stadtrat zerbrechen sich derzeit die Köpfe über Beraterverträge, die die Stadt abgeschlossen hat.

Es werden hohe Summen im sechsstelligen Bereich gehandelt. Im Zentrum einiger Spekulationen beziehungsweise Unklarheiten: Carolin Danke, die Frau von BBV-Stadtrat Karl Danke, der gleichzeitig als persönlicher Freund von OB Pleil gilt.

Ein G`schmäckle?

 Tatsächlich ist Carolin Danke als Psychologin von der Stadt engagiert worden. In nichtöffentlicher Sitzung wurden den Politikern genauere Angaben zu ihrem Engagement allerdings verwehrt – ein Problem. Dies zumal die neue Stadtführung mit dem Versprechen auf mehr Transparenz angetreten war. „Natürlich kann man das Gefühl haben, dass das ein G´schmäckle hat“, sagt Fürstenfeldbrucks amtierender Bürgermeister Erich Raff (CSU) über die Beraterverträge mit Carolin Danke auf Tagblatt-Anfrage.

 Allerdings sei bei den Verträgen alles mit rechten Dingen zugegangen. Dürfte Carolin Danke nicht für die Stadt arbeiten, dann hätte auch CSU-Stadtrat und Bäcker Höfelsauer nie Semmeln liefern dürfen, sagt Raff – und FW-Stadtrat Franz Neuhierl hätte nie als Rechtsanwalt Brucks auftreten dürfen.

 Trotzdem: Viele fragen sich, welche Art von Freundschaftsgeschäften da zwischen Rathaus und Psychologin laufen. Brucks 3. Bürgermeisterin Karin Geißler (Grüne) hatte als Diskussionsleiterin einer Sitzung in der vergangenen Woche die Chance, alles aufzuklären. Sie verweigerte nach Tagblatt-Info aber jede Auskunft gegenüber den Stadträten. Bei vielen Politikern herrscht daher große Skepsis.

Zunächst abgelehnt

Wie verhält es sich nun aber wirklich? Gegenüber dem Tagblatt räumt die Diplompsychologin Carolin Danke ein, dass man die Konstellation als „saublöd“ empfinden könne. Es sei nachvollziehbar, dass die Gemengelage das Potenzial habe, jemanden ins Grübeln zu bringen. OB Pleil habe zu Beginn der Amtszeit das Gefühl gehabt, dass es im Brucker Rathaus intern Verbesserungspotential gibt. Pleil habe sie daher als Beraterin ins Gespräch gebracht. Er wusste von ihrer Tätigkeit unter anderem fürs Brucker Jugendamt der Kreisbehörde. Allerdings sei ihr Engagement von den Amtsleitern im Rathaus damals klar abgelehnt worden, erzählt Carolin Danke. Dass die Frau eines Stadtrats als externe Beraterin auftrete, sei als Ding der Unmöglichkeit empfunden worden. Das statt ihrer engagierte Büro blieb allerdings nicht lange im Rathaus, es herrschte offenbar Unzufriedenheit.

Untersuchung der Rathaus-Organisation

Carolin Danke durfte sich in großer Runde vor den Chefs in der Verwaltung nochmal vorstellen. Alle Sachgebietsleiter hätten dann das Recht gehabt, selbst zu entscheiden, ob sie sie engagieren oder nicht, erzählt sie. Der OB habe sich rausgehalten. „Lustigerweise haben dann alle mich genommen“, sagt Danke. Seither habe sie die Organisationsstruktur im Rathaus untersucht. Das wurde mit 30 000 Euro vergütet. Heuer und im nächsten Jahr solle die Betreuung weiter gehen. Es geht um Coachings, Supervisionen, um die Frage, wie man mit Leute umgeht – und auch um die Vermeidung von Burnout. Mehr als 25 000 Euro je Jahr dürfe sie dafür aber nicht erhalten, erklärt Carolin Danke. Der ganze Verlauf sei gesund gewesen, versichert sie. Erich Raff teilt diese Haltung. „Es wird bei uns schon drauf geschaut, dass es keine Klüngelei gibt.“ Freilich müsse man Dinge auch darlegen, wenn es Fragen dazu gebe. Insgesamt bezögen sich die Beraterkosten im Haushalt auch auf andere Aufgaben als die, die Carolin Danke erfülle. Bei deren Job gehe es auch um die Effektivität der Arbeitsabläufe und Service-Verbesserungen. (Thomas Steinhardt)

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