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Haben Sie einen Praktikumsplatz? Der junge Nigerianer Abraham (l.) sucht gemeinsam mit seiner Asyl-Patin Andrea Haftel einen Job. Florian Pfeiffer (r.) von der Sanitärinnung rät ihm diesmal, erst noch weiter zu Schule zu gehen.

Am Berufsinfomarkt: Tipps für Flüchtlinge

Fürstenfeldbruck - Dass sich jedes Jahr viele Schulabgänger auf dem Berufs-Info-Markt (BIM) einen Überblick über den Arbeitsmarkt verschaffen, hat mittlerweile Tradition. Doch heuer kam verstärkt ein weiteres Klientel dazu: Zahlreiche Flüchtlinge suchen einen Job.

Seit eineinhalb Jahren ist Abraham (18) in Deutschland. Der Nigerianer lebt in Fürstenfeldbruck und hat in Andrea Haftel eine engagierte Asyl-Patin gefunden, die mit ihm mehrere Ausbildungsmessen besucht – darunter auch den BIM im Verwaltungsgebäude der Brucker Sparkasse. Abraham hat bereits handwerkliche Erfahrung als Schweißer.

„Das würde ich gerne weitermachen“, erzählt er in gebrochenem Deutsch. Doch genau die fehlenden Sprachkenntnisse muss er wohl erst noch aufholen, wenn er wirklich eine Ausbildungsstelle finden will. „Ein Praktikum ist kein Problem“, sagt Florian Pfeiffer von der Münchner Sanitärinnung. Im Bereich der Spengler gäbe es auch Stellen für einen Schweißer. Und auch bei der handwerklichen Arbeit könne man die Sprachbarriere noch überbrücken. „Aber in der Berufsschule bekommt er Probleme, wenn er nicht gut Deutsch kann“, sagt Pfeiffer.

Dabei bricht das Sanitärinnungs-Mitglied durchaus eine Lanze für die Flüchtlinge: „Die meisten sind handwerklich gut und sehr motiviert – zum Teil sogar mehr als die einheimischen Bewerber“, sagt Pfeiffer. „Aber ich muss den meisten raten, erst noch ein wenig zur Schule zu gehen, bevor sie ein Ausbildung angehen.“ In der Sanitärinnung gebe es aber bereits Überlegungen, selbst Sprachkurse anzubieten.

Bäcker und Metzger werben um Flüchtlinge

Aktiv um Asylbewerber und Anerkannte bemühen sich auch die Bäcker- und die Metzgerinnung im Landkreis. „Das Asylpaket zwei fördert die Bereitschaft, Asylanten auszubilden“, sagt Ehren-Kreishandwerksmeister Franz Höfelsauer. Das neue Gesetz gewährleistet nämlich ein Bleiberecht für die dreijährige Ausbildung und zwei Jahre danach. „Die Gefahr, dass der Azubi mitten in der Ausbildung wieder weg muss, ist dadurch nicht mehr gegeben“, sagt Höfelsauer.

Etwas anders sieht es bei den Zimmerern aus. Die Branche hat laut Johann Schlemmer von der Innung Fürstenfeldbruck-Dachau keine Probleme, die Ausbildungsstellen zu besetzen. Im Gegenteil: „Wir müssen die Betriebe sogar dazu animieren, auszubilden.“ Sprachbarrieren erschweren es den Flüchtlingen, sich gegen die hiesige Konkurrenz durchzusetzen. Für Praktika ist Schlemmer aber offen: „Das ist sowieso das Allerwichtigste für beide Seiten, weil man probieren kann, ob man zueinander passt.“ Egal ob Flüchtling oder Einheimischer.

Auf einen Praktikumsplatz – allerdings bei den Spenglern oder Metallbauern – hofft nun auch Andrea Haftel für ihren Schützling Abraham. Der Nigerianer will sich bemühen, sich in den Arbeitsmarkt einzugliedern. „Einen Lebenslauf hat er schon“, erzählt seine Patin. „Damit er etwas vorzuweisen hat."

Andreas Daschner

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