In Dünzelbach

Biber auf nächtlicher Durchreise

Dünzelbach - Simon Muschawek aus Egling an der Paar (Kreis Landsberg) traute seinen Augen kaum:

ls er auf dem Heimweg von der Arbeit Dünzelbach passierte, lief in der St.-Nikolaus-Straße ein Tier vor ihm über die fahrbahn. Eine Katze, ein Marder? Nein, ein Biber war da nachts um 3 Uhr unterwegs. Gedankenschnell zückte Muschawek sein Handy und hielt das seltene Spektakel fest. Wobei, allzu selten sind die nächtlichen Streifzüge der Nagetiere besonders im Frühjahr nicht. Anke Simon, Diplom-Forstwirtin und Biber-Expertin beim Brucker Bund Naturschutz erklärt warum. ,,Gerade jetzt im Frühling werden die zweijährigen Biber von den Eltern aus den heimatlichen Revieren vertrieben.

Sie sind geschlechtsreif und müssen sich eine neue Bleibe suchen.“ Bis zu vierzig Kilometer legen halbstarke Biber auf der Suche nach einer neuen Unterkunft zurück. Wo der Dünzelbacher Biber seine Reise antrat, kann also nicht genau bestimmt werden. Wer nun um seine Gartenmöbelgarnitur oder die stattliche Buche vor dem Haus fürchtet, tut dies ganz umsonst: ,,Im Frühling und im Sommer ernähren sich Biber ausschließlich von Kräutern und Gräsern“, erklärt Anke Simon. Die Tiere seien außerdem äußerst friedliebend und menschenscheu.

Sie würden nur aggressiv, wenn es gelte den Nachwuchs zu beschützen. Da der zweijährige Biber noch keinen Nachwuchs hat, müsse man sich also keine Gedanken machen. Im Falle des Dünzelbacher Bibers handelt es sich quasi lediglich um einen Heimatlosen, dem auf seiner Suche nach einem der rar gesäten, weil meist schon besetzten, unbewohnten Biberreviere recht viel Glück zu wünschen ist

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