Biografie über den Lautenisten Heinrich Scherrer erschienen

Schöngeising - Über den Musiker Heinrich Scherrer, den Ehrenbürger der Gemeinde Schöngeising, gibt es kaum Literatur. Rudolf Pettinger wollte das ändern. Er verfasste eine Biografie des Lautenisten.

Er war der Wiederentdecker des Deutschen Volksliedes und half, Gitarre und Mandoline als Solo- und Begleitinstrumente zu institutionalisieren. Er schrieb die Gitarrenbegleitung zum „Zupfgeigenhansl“, einem der berühmtesten deutschen Liederbücher, das rund eine Million Mal gedruckt wurde. Wegen seines Krippenspiels kamen die Zuschauer in den 1920er- und 30er-Jahren sogar mit dem Zug aus München ins 400-Seelen-Dorf Schöngeising.

„Trotz der Bedeutung in seiner Zeit gibt es über Heinrich Scherrer außer Zeitungsberichten kaum Literatur“, sagt Rudolf Pettinger. Der Schöngeisinger „Schmalspurhistoriker“, wie Pettinger sich selbst bezeichnet, war der Überzeugung: „So einen Mann müsste man besser ehren.“ Er wollte, dass der Hofmusiker, Dirigent, Komponist und Musiklehrer, der die letzten 20 Jahre seines Lebens in Schöngeising verbrachte, nicht in Vergessenheit gerät.

Über ein Jahr hat Pettinger in Archiven recherchiert und geschrieben. Er reiste bis nach Eckernförde in Schleswig-Holstein, dem Geburtsort Scherrers. „Ich war überrascht, dass man dort immer noch Anteil an Scherrer nimmt und sehr stolz auf den Sohn der Stadt ist.“

Das Ergebnis der Bemühungen ist eine rund 60 Seiten starke Broschüre, die Leben und Werk Heinrich Scherrers beleuchtet.

Scherrer, einstmals Hofmusiker, zog nach seiner Pensionierung nach Schöngeising in den ehemaligen Bauernhof an der Amperstraße Nummer 13. Dort entfaltet er „seine rastlose Tätigkeit als Bearbeiter von Gitarren- und Lautenmusik, als Autor von Gitarren- und Blockflötenschulen, als Herausgeber von Liedersammlungen und Komponist von Instrumentalmusik und Volksliedern“, schreibt Pettinger. Verdient macht er sich vor allem durch die Wiederbelebung des Krippenspiels, bei dem das ganze Dorf mitwirkt. Auch seine Sängergruppe, die „Scherrer-Buam“, ist über die Grenzen der Gemeinde hinaus bekannt. Am 3. Oktober 1937 stirbt Scherrer. Seine Schülerin Else Hoffmann findet ihn tot in seinem Lehnstuhl, in dem er immer saß, wenn er komponierte.

Im Wohnhaus von Heinz Scherrer sind heute die Gemeindeverwaltung, die Bibliothek und die Musikschule untergebracht. Von Scherrer selbst existiert in der Gemeinde außer einem Gemälde, auf dem ihn die befreundete Malerin Johanna Oppenheimer in seinem Lehnstuhl dargestellt hat, noch ein „ungeordneter Stapel an Dokumenten und Notenblättern“, wie Pettinger sagt. Er hofft, dass das Andenken an Heinrich Scherrer in der Gemeinde irgendwann der Öffentlichkeit präsentiert wird. Pettinger: „Es wäre schön, wenn die Gemeinde im Scherrer-Haus eine Vitrine mit einigen der Dokumente aufstellt.

Die Scherrer-Biografie kostet fünf Euro und ist bei Rudolf Pettinger in Schöngeising, Telefon (0 81 41) 2 17 42, und den Herausgebern Sonja Lux, Wolfgang Schäfer und Herbert Ostermeier-Reinhard erhältlich.

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