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Volles Haus im Bürgerhaus: Hans Friedl sprach vor vielen Zuhörern, darunter (erste Reihe v.r.) Werner Neumann, Hans Wieser, Florian Streibl und Hubert Aiwanger. Foto: Weber

60 Jahre Dorfgemeinschaft

Blick zurück auf eine einvernehmliche Trennung

Alling – Unter dem letzten Programmpunkt „Handeln statt reden“ waren die Zuhörer aufgefordert, das Buffet zu stürmen. Denn gesprochen worden war beim Empfang zum 60. Geburtstag der Dorfgemeinschaft Alling nicht zu wenig.

Grußworte, Festansprache, Wahlkampfrede außerhalb des Wahlkampfs – die über 120 Gäste im vollen Bürgerhaus-Saal, darunter reichlich Feuerwehr, Landjugend und Vertreter aller anderen politischen Gruppierungen, hörten fünf Redner, unterbrochen nur von der Blaskapelle Alling. Ein Stichwort außer der Bodenständigkeit und Bürgernähe der Freien Wähler durchzog fast jeden Beitrag: Eichenau und die Trennung von Alling vor 60 Jahren.

So natürlich beim historischen Rückblick von Hans Friedl, dem Fraktionschef in Alling und FW-Kreisvorsitzenden. Er erinnerte an die unverwechselbaren Originale im Dorf und an ein Gemeinschaftsgefühl, das irgendwann verloren ging. Die Abspaltung des groß gewordenen Ortsteils von der Muttergemeinde sei 1957 aber „gerade noch zur rechten Zeit“ gekommen. Denn mit der Gebietsreform in Bayern wären solche kleinen Einheiten undenkbar gewesen.

Spalten oder vereinen?

Dass eine „Dorfgemeinschaft“ praktisch gegründet worden sei, um eine Gemeinde zu teilen, fand Vize-Landrat Hans Wieser (FW) kurios. Es sei der Wählergruppe aber wohl gelungen, zur Stärkung der Gemeinschaft beizutragen. Ohne das Wort Eichenau kam nur Florian Streibl, der Bezirksvorsitzende der Freien, aus. Er wünschte „Erfolg und Gottes Segen“ für die weitere Arbeit: „Damit die Allinger ihr Lebensglück hier finden.“

Landeschef Hubert Aiwanger erinnerte der „Zwist mit Eichenau“ an das Verhältnis von Kontinentaleuropa und Großbritannien. Auch hier werde zusammengetrieben, was nicht zusammen wolle. Ähnlich beim Freihandelsabkommen zwischen EU und USA: Auch dort würden bewährte Standards einfach abgemäht, statt die Zusammenarbeit mit Fingerspitzengefühl weiterzuentwickeln. Vielleicht sei auch hier eine „einvernehmliche Trennung“ wie zwischen Alling und Eichenau der bessere Weg.

Der Fraktionschef im Landtag hatte sich zwar vorab kundig gemacht und wusste, dass Alling mit seiner Verdreifachung der Bevölkerung seit den 1960er-Jahren das „Schicksal vieler Orte im Großraum München“ teile. Aber mit seinem abschließenden Appell zur Versöhnung lag er etwas daneben: „Lads es mal wieder ein, die Eichenauer!“, forderte Aiwanger. Die aber, in Gestalt der dortigen Freien Wähler, hatten Ehrenplätze in der ersten Reihe. 

Olf Paschen

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