Hoch konzentriert sitzt Lisa Rubin an ihrem Computer und tippt auf auf nur acht Tasten. fotos: CHristina Strobl

Wie die blinde Lisa die Redaktion sieht

Fürstenfeldbruck - Beim Girls' Day hat das Tagblatt Besuch bekommen. Die 15-jährige Lisa war für einen Tag Praktikantin. Die blinde Schülerin entdeckte die Zeitungswelt mit ihrem besonderen Computer.

Lisa Rubins Computer kann alles. „Nur kein Englisch“, sagt die 15-Jährige und grinst. Zum Beweis fliegen ihre Hände über die Tasten, drücken ein paar Kombinationen, rasend schnell. Plötzlich taucht ein Lautstärkenregler auf dem Bildschirm auf - und der Computer beginnt zu sprechen: „Der Kindergarten veranstaltet einen Second Bindestrich Hand Bindestrich Flohmarkt.“ Blechern klingt das, nach Stakkato, gebrochenem Deutsch. Doch für Lisa ist es wichtig. Sie kann nicht sehen, ist seit ihrer Geburt blind. Deswegen hat sie ihren Computer immer dabei.

Die Polizei schickt den Pressebericht. Damit die 15-Jährige eine Meldung für die Seite 1 daraus machen kann, wird der Bericht zuerst auf einen USB-Stick kopiert. Den schließt Lisa an ihren Laptop an - so kann sie mit ihrer Blindentastatur, der so genannten Braille-Tastatur, die Meldung lesen. Als sie fertig ist, lächelt sie. „Klingt nach Beamtendeutsch.“

Dann legt Lisa los und tippt ihre Sätze mit den vier rechteckigen Tasten, die über der Braille-Tastatur angebracht sind. „Das geht viel schneller als mit der Tastatur“, sagt sie. Durch verschiedene Tastenkombinationen entstehen die Wörter. „Wenn ich zum Beispiel diese beiden Tasten drücke, bekomme ich ein B.“ Während Lisa ihren ersten Polizeibericht schreibt, schaltet sie völlig ab: Telefone die klingeln, Kollegen, die sich unterhalten - all das hört Lisa nicht. Sie ist völlig konzentriert, schreibt, hält inne, überlegt, beginnt erneut zu tippen. (pak)

Mehr über Lisas Praktikumstag lesen Sie in der Freitagsausgabe des Fürstenfeldbrucker Tagblatts.

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