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Auf dem Maisacher Bierfilz stehen tatsächlich die Buchstaben "IS".

Die taz nimmt ein Bierfilz auf die Schippe

Böse Satire um Maisacher Brauerei-Logo

Berlin/Maisach - Ein satirischer Beitrag in der Tageszeitung „taz“ nimmt das Logo der Brauerei Maisach auf die Schippe. In dem nicht ernst gemeinten Artikel wird aus dem Traditionsunternehmen die Keimzelle bayerischer Dschihadisten. Ausgangspunkt des Beitrags: Ein paar Halbe und ein Bierfilz.

Auf den Untersetzern der Maisacher Brauerei sind nebst einer schwarzen Hellebarde tatsächlich die Buchstaben „IS“ zu sehen – also scheinbar die Abkürzung für die Terroristen vom so genannten islamischen Staat. Die taz spann darum eine fiktive Geschichte.

Die Bayern sind ausgezeichnete Kämpfer

Demnach habe ein Maisacher namens Stefan Obermoser am Stammtisch im Bräustüberl immer öfter die wirren Ansichten seiner islamistischen Vorbilder lautstark verkündet. „Bis er eines Tages alles stehen und liegen ließ und sich Richtung Syrien aufmachte“, schreibt das Berliner Blatt. Unter dem Kampfnamen „Hussein al-Bavari“ habe er dann ein Selbstmordattentat begangen, wird berichtet. Übrig geblieben seien drei tote Polizisten, etliche Verletzte – und eine zerfetzte Lederhose.

Wie die taz-Satire weiter behauptet, erwiesen sich die Bayern als ausgezeichnete Kämpfer. „Früher haben sie sich auf Volksfesten ober bei der Wirtshausschlägerei ausleben können. Heute ist das kaum mehr möglich. Aber bei uns im nahen Osten ist ihre unverstellte Gewaltbereitschaft noch sehr gefragt“, wird ein frei erfundener Sprecher der Salafistenverbände zitiert.

DIE WAHRHEIT

Der Beitrag über Maisachs IS erschien in der Rubrik „Die Wahrheit“. Dort veröffentlich die taz regelmäßig Satiren. Dementsprechend kommentiert der Inhaber der Maisacher Brauerei die Sache mit einem Schmunzeln. „Das ,IS‘ auf den Bierfilzen steht in Wirklichkeit für ,Josef Sedlmayr‘, den Gründer der Brauerei. Damals gab es kein ,J´. Deshalb steht da das I“, erklärt Michael Schweinberger. Ihm sei klar gewesen, dass das die Buchstabenkombination irgendwann jemandem auffallen werde. Schweinberger: „Man muss aber wissen, dass wir hier in Maisach ganz friedlich sind. Unsere kämpferische Vergangenheit beschränkt sich auf den Räuber Kneißl. Und der war ja eher ein Robin Hood“, sagt er unter Bezug auf das bekannte und beliebte Kneißl-Bier. Woher die Hellebarde im Logo kommt, weiß Schweinberger selbst nicht genau. Das liege im Dunkel der Geschichte.

 Den Ton des satirischen Beitrags will der Brauerei-Chef nicht kommentieren. Jeder müsse selbst für sich entscheiden, wann er etwas als geschmacklos empfinde. Möglicherweise gehe der Anfang des Artikel etwas sehr weit. Schweinberger ist aber überzeugt: „Solche Ideen entstehen ja meist am Biertisch.“

Auf ein Räuber Kneißl mit dem Innenministerium

Genau so ist es, wie ein Sprecher der taz auf Tagblatt-Anfrage sagte. Der freiberufliche Autor des Beitrags wohne in München, habe in Maisach mal ein paar Bier getrunken und dabei die beiden Buchstaben auf den Filzen entdeckt. Der taz-Sprecher warnt eindringlich davor, den Beitrag ernst zu nehmen – Satire sei eben Satire. Wie der taz-Journalist erzählt, habe Pediga-Chef Lutz Bachmann einen anderen Beitrag aus „Die Wahrheit“ neulich wirklich ernst genommen und öffentlich vorgetragen. Der taz-Journalist lacht: „Der schämt sich heute noch.“

Was aber passiert nun, wenn Beamte aus dem bayerischen Innenministerium – wer will das schon gänzlich ausschließen? – den Maisacher Artikel trotz Warnung missverstehen, ihn bierernst nehmen und ihre Ermittler nach Maisach schicken? Brauerei-Chef Schweinberger schmunzelt: „Dann kriegen die auch ne Halbe."

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