Die Mitglieder des Helferkreises haben sich in einer Krisensitzung mit der Zukunft der in Don Bosco lebenden Flüchtlinge befasst. Sie wollen erreichen, dass das Haus noch zumindest bis zum Ende des Schuljahres als Unterkunft erhalten bleibt.

Flüchtlingsunterkunft soll länger offen bleiben

Bosco-Heim vor dem Aus: Helferkreis sorgt sich

Germering – Der Asylhelferkreis im ehemaligen Altenheim Don Bosco sorgt sich um das Wohl seiner Schützlinge, wenn das Haus wie von der Caritas als Eigentümerin angekündigt schon Ende März schließt. Die Mitglieder hoffen, dass sich OB Andreas Haas bei der Caritas dafür einsetzt, dass das Haus zumindest bis zum Ende des Schuljahres als Asyl-Unterkunft erhalten bleibt.

 Bis dahin sollte den Helfern zufolge im Rahmen der für die Stadt vorgesehenen Flüchtlings-Kontingente eine Ersatzunterkunft für die bereits gut integrierten Flüchtlinge zur Verfügung stehen. Wenn dies nicht möglich ist, sehen sie schwarz: „Dann steht zu befürchten, dass unsere Integrationsarbeit der letzten eineinhalb Jahre ohne nachhaltige Wirkung war.“

Der Helferkreis hat einem Bericht zufolge kurz vor Silvester aus der Presse erfahren, dass die Gemeinschaftsunterkunft zum 31. März geschlossen werden soll. Der Auszug der über 200 Bewohner soll bereits Ende Januar beginnen. Um den Umzug so sozialverträglich wie möglich zu gestalten, habe man sich zu einer Krisensitzung getroffen. Denn für die betroffenen Menschen bedeute eine erneute Verteilung einen massiven Einschnitt in ihre Integration.

Die von den Ehrenamtlichen unterstützte

n erfolgreichen Schritte wie die Eingliederung in eine Schulklasse, die lang erwartete Teilnahme an Integrationskursen, aber auch das Fuß fassen in der Stadt und die neu gefundenen Freundschaften würden jäh zerstört. Um individuelle und möglichst humane Lösungen für die Menschen zu finden, sei zeitnahe Kommunikation mit allen Beteiligten unerlässlich.

Die Helfer äußern heftige Kritik am Vorgehen der Caritas: „Wir sind entsetzt, dass wir nicht von Seiten der Caritas über die baldige Schließung informiert wurden, wo doch unser ehrenamtlicher Helferkreis über die Caritas koordiniert wird.“ Die Caritas ist Eigentümerin des Gebäudes und hat den Mietvertrag mit der Regierung von Oberbayern nicht verlängert.

Probleme in der Vernetzung aller Beteiligten hat es dem Helferkreis zufolge auch schon bei der Schließung der Turnhalle des Max-Born-Gymnasiums als Unterkunft im vergangenen Jahr gegeben. Auch hier seien die ehrenamtlichen Helfer nicht ausreichend informiert und angehört worden. Die Integrationsbemühungen der Flüchtlinge seien damals nicht beachtet worden: „Die Menschen wurden oberbayernweit verteilt, obwohl kurze Zeit später eine Unterkunft in der Industriestraße eröffnet wurde.“

Die Regierung von Oberbayern hat mittlerweile auf Nachfrage des Helferkeises das Datum der Schließung bestätigt. Es habe bereits erste Gespräche über eine konstruktive Zusammenarbeit gegeben. Wichtig ist den Helfern vor allem, dass die Kinder, die bereits seit über einem Jahr die Schule besuchen, in Germering bleiben können.“ Für die im Bosco-Heim lebenden schwerbehinderten Menschen müssten außerdem geeignete Unterkünfte gefunden werden.  (kg)

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