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Retten will gelernt sein: Die Wasserwachtgruppen üben regelmäßig auf zugefrorenen Seen.

Die Wasserwacht warnt

Eis auf Seen verlockend – aber zu dünn

Landkreis - Eine Umfrage unter den Wasserwachten zeigt: Trotz Temperaturen unter null Grad ist die Freiluft-Eislaufsaison 2015/2016 noch nicht eröffnet.

Endlich Winter! Trotzdem müssen Eisstockschützen, Eishockeyspieler und Schlittschuhläufer erst mal noch die Füße still halten. Kein Gewässer im Landkreis hat eine Eisschicht, die dick genug wäre, um Menschen zu tragen. Drei Zentimeter misst das Eis derzeit am Mammendorfer See, vier am Pucher Meer. Und wahrscheinlich bleibt das heuer auch so.

Nach Einschätzung des Kreisvorsitzenden der Wasserwacht, Ralph Westenrieder, wird sich das diese Saison auch nicht mehr ändern. Er ist seit zehn Jahren im Amt und weiß: Für ein langanhaltendes Wintervergnügen hätte es bereits im Dezember frieren müssen.

Falls die Wintersportler dieses Jahr aber doch noch ihrem frostigen Hobby fröhnen können, sind die Rettungsschwimmer vorbereitet. Roman Naumann, Chef der Brucker Wasserwacht: „Wir machen eine Eisrettungsübung. Sobald das erste Eis kommt.“ So richtig unters Eis geraten ist im Landkreis schon lange niemand mehr. „Das ist zumindest während meiner Laufbahn noch nicht vorgekommen“, so Westenrieder.

Trotzdem werden die Rettungskräfte zwei bis drei Mal pro Saison alarmiert, weil jemand im bitterkalten Wasser gelandet ist. „Das war aber nie etwas Dramatisches“, beruhigt der 47-Jährige. „Meistens sind die Leute schon wieder aus dem Wasser raus, wenn wir eintreffen.“

Viele Einsätze müssten allerdings gar nicht sein, wie Christian Seifert von der Germeringer Wasserwacht erzählt. „Die Leute befolgen zum Teil einfach unsere Anweisungen nicht.“ Da wird gepfiffen und geschrien, um gefährdete Personen vom Eis zu locken. „Als Antwort bekommt man dann zu hören, dass sie das eigenverantwortlich entscheiden könnten.“

Noch etwas ärgert Seifert: „Manche Eltern sind kein gutes Beispiel für Kinder.“ Sie würden mit Kinderwägen auf der Eisfläche spazieren gehen. In der Hand einen Stock, um zu testen, wie bruchsicher die Oberfläche ist. Das sei aber kein belastbarer Test – und die zuschauenden Sprösslinge könnten auf die Idee kommen, das nachzumachen. Deswegen appelliert der 35-Jährige an die Vernunft der Leute.

Es reiche nicht, die Eisoberfläche zu inspizieren. Faktoren wie Wind und Wellengang verhindern ein ebenmäßiges Zufrieren. Unterirdische Quellen sowie Zu- und Abflüsse spielen eine Rolle. „Das Eis macht, was es will“, meint Westenrieder.

Deshalb wird eine Eisfläche auch niemals von offizieller Stelle freigegeben. „Das ist in unserer Vollkasko-Gesellschaft gar nicht möglich“, witzelt Benjamin Miskowitsch, Chef der Mammendorfer Wasserwacht. Also warnen an den Ufern Schilder. Entweder ist das Betreten komplett verboten – wie in Mammendorf – oder auf eigene Gefahr – wie am Pucher Meer.    

(ew)

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