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Junge Flüchtlinge wollen sich mit aller Macht in Deutschland integrieren. Das ist aber nicht ganz einfach

Heimleiter berichten

Junge Flüchtlinge lieben Frau Merkel

Landkreis - Junge Flüchtlinge wollen sich mit aller Macht in Deutschland integrieren. Das ist aber nicht ganz einfach – auch wenn unter ihnen echte Deutschlandfans sind.

Etwa seit Ende 2014 muss sich der Landkreis verstärkt nicht nur um erwachsene Asylbewerber, sondern auch um jugendliche Flüchtlinge kümmern, die ohne Eltern nach Deutschland gekommen sind. Mehrere Unterkünfte für derzeit an die 140 junge Flüchtlinge wurden geschaffen – unter anderem im früheren Hotel Drexler in Bruck, aber auch im Landschulheim in Grunertshofen, in einem Haus in Kottgeisering oder in Containern in Gernlinden.

Die jungen Leute etwa aus Syrien, Eritrea, Somalia oder Afghanistan werden nach dem Jugendhilfegesetz rund um die Uhr von Sozialpädagogen betreut – und das kostet so richtig viel Geld. Im zuständigen Ausschuss des Kreistags berichteten jetzt mehrere Einrichtungsleiter von ihren Eindrücken.

„Wir lieben Deutschland und Frau Merkel“ – das den Politikern auszurichten hatten junge Flüchtlinge Jutta Hindelang vom Brucker Haus Alveni („Ankommen“) gebeten – das ist die Betreuungseinrichtung der Caritas im früheren Hotel Drexler in der Brucker Innenstadt. Nach den Berichten der Heimleiter gilt ein Großteil der jungen Flüchtlinge als hochmotiviert, sich in Deutschland zu integrieren, was allein angesichts der fehlenden Sozialisation hierzulande nicht gerade einfach ist. Gleichzeitig haben viele der jungen Leute nach Krieg, Folter, Flucht und/oder Vertreibung oftmals so massive Probleme psychischer oder psychosomatischer Art, dass jede größere Lücke in der Betreuung furchtbare Rückfälle in die Zeit vor der deutschen Umsorgung bewirken kann.

Auch die Unterschiede im Bildungshorizont sind groß. Den Verantwortlichen stellt sich trotzdem vermehrt die große Frage: Wann ist ein junger Flüchtling so weit, dass man ihn in die Selbstständigkeit entlassen kann? Theoretisch entscheidend ist der 18. Geburtstag. Gerade Jutta Hindelang forderte in diesem Zusammenhang den Landkreis auf, die Spielräume im Sinne der bestmöglichen Integration zu nutzen. „Wie kann es eine 18-Jahre-Grenze geben, wenn es keine Grenze für Leid gibt?“, sagte sie in Anspielung auf ein Zitat vom diesjährigen Nockherberg-Derblecken. Nur wenige Flüchtlinge kämen nach ihrem 18. Geburtstag alleine zurecht. Landrat Karmasin betonte, dass jeder Fall einzeln geprüft werde, sodass die Betreuung mit dem Stichtag nicht zwingend enden müsse.

Beispiel: In Jesenwang leben mitterweile junge Flüchtlinge nach ihrer stationären Betreuung in einer Art begleiteten Wohngruppe. Gerade diese Möglichkeit gilt im Landratsamt als vergleichsweise gut. Allerdings: Es mangelt schlicht an Wohnraum, um diese Option noch stärker auszuschöpfen. Hier sei man ständig auf der Suche, sagte eine Sprecherin.

Außerdem ein Riesen-Problem, das nicht nur die unbegleiteten jungen Flüchtlinge trifft, sondern auch diejenigen, die mit ihren Eltern nach Deutschland gekommen sind (etwa 400 aktuell im Kreis): Es fehlt an Plätzen in Schulen. Landrat Thomas Karmasin: „Das wird uns als nächstes beschäftigen.“ (st)

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