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Großes Defizit

Bruck verdient zu wenig am Volksfest-Bier

Fürstenfeldbruck - Das neue Volksfest haben sich die Brucker 2015 ganz schön was kosten lassen. Die rund 55 000 Euro Defizit sind auch das Resultat eines neuen, für die Stadt schlechtern, Vertrags mit der ortsansässigen Brauerei Kaltenberg.

Deshalb wird jetzt nochmal verhandelt. Manche sprechen sogar über einen Brauerei-Wechsel.

Erst vergangenes Jahr hat die Stadt Volks- und Frühlingsfest zusammengelegt. Rund 55 000 Euro hat man sich dieses Fest 2015 kosten lassen. Zum Vergleich: 2014 waren es etwa 10 000 Euro für das Volksfest. Allerdings gab es zusätzlich das Frühlingsfest, das auch ein Minus in etwa gleicher Höhe einfuhr.

Rückvergütung fürs Bier sinkt um Zweidrittel

 Für 2016 plant die Stadtverwaltung nun mit 60 000 bis 70 000 Euro Zuschuss aus der Stadtkasse. Die Kostenexplosion hat verschiedene Gründe. Eine ganz wichtige Rolle spielt der Bierverkauf. Pro Maß, die über den Tresen geht, bekommt die Stadt einen gewissen Betrag. Die so genannte Rückvergütung. Diese wurde wegen der Zusammenlegung der beiden Feste mit der Schloßbrauerei Kaltenberg und dem Wirt neu ausgehandelt und ist nun um zwei Drittel niedriger als früher.  Das erklärte Finanzreferent Walter Schwarz (SPD) im Zuge der Haushaltsverhandlungen. Angesichts dieser Tatsache ist es für manche Stadträte kein Tabu mehr, sich nach einer anderen Brauerei umzuschauen. Beate Hollenbach (CSU): „Wir könnten ja mal ausschreiben.“ Auch Schwarz sagt: „Angesichts der Entwicklungen muss man sich da vielleicht Gedanken machen.“

Vertragsänderung wegen der Fest-Zusammenlegung

Das wäre allerdings paradox. Die Brauerei Kaltenberg grenzt direkt an den Volksfestplatz. Deren Gerstensaft ist die größte Einnahmequelle der Stadt beim Volksfest, wie Philipp Heimerl (SPD) erklärt. Er sitzt im achtköpfigen Arbeitskreis Volksfest. Zusätzlich verdiene das Rathaus an den Standgebühren und an Veranstaltungen – wenn diese genügend einbringen. Deshalb wird mit der Brauerei jetzt neu verhandelt. Oliver Lentz, Geschäftsführer der König Ludwig Schlossbrauerei sagt dazu: „Die Verträge sind angepasst worden, weil Volks- und Frühlingsfest zusammengelegt wurden.“ Er erklärt: „Die Leistungen sind nur anders verteilt worden.“

Stadt verteilt viele Einladungen

Beispielsweise spendierte die Brauerei 2015 nicht wie üblich Bier für den Seniorennachmittag. „Dafür wurde das Geld ins Marketing gesteckt“, so Lentz. Man habe etwa überregional Radio-Werbung geschaltet. Von einer Erhöhung des Verkaufspreises der Mass Bier würde die Brauerei übrigens nicht profitieren, so Lentz. Die Stadt schon. Festwirt Jochen Mörz: „Wenn der Preis angehoben würde, würde die Stadt anteilig natürlich auch mehr bekommen.“ Die Biervergütung ist allerdings nicht der einzige Grund für das Defizit. Markt- und Festreferent Markus Droth benennt weitere. So habe man viele Einladungen verschickt. „Dadurch sind mehr Rentner zum Seniorennachmittag gekommen, die Gutscheine bekommen haben.“ Beim Einzug seien mehr als 1000 Bürger mitgelaufen. „Und die haben natürlich alle eine Brotzeit bekommen“, so Droth. „Wir wollen schließlich ein Fest für unsere Bürger machen.“

Geringeres Defizit - leerer Platz

Außerdem hätten sich die Ausgaben für Marketing und Sicherheit erhöht. „Da stehe ich voll und ganz dahinter. Das kostet etwas – bringt aber auch viel“, sagt er. Unterm Strich stehen die Stadträte zum neuen Volksfest. Finanzreferent Walter Schwarz etwa zeigte sich bei den Haushalts-Verhandlungen großzügig: „Vorher wurde das Fest kaputtgespart. Wir hatten damals zwar ein geringes Defizit, aber auch einen leeren Platz.“ Auch Philipp Heimerl verteidigt das Konzept. „Das Geld ist gut angelegt. Es wäre falsch, jetzt den Rotstift anzusetzen.“

Denn auch 2016 soll wieder einiges geboten werden. In ein paar Wochen wollen die Verantwortlichen das Programm bekannt geben. Auch der Wirt kommt gelegentlich zu den Treffen des Arbeitskreises. Er ist überzeugt: „Dieses Jahr werden wir die Zahlen von 2015 knacken, weil wir Engagement zeigen.“ Damit meint er natürlich die Krüge, die über den Tisch gehen. 2015 waren es 320 Hektoliter Bier à 7,90 Euro. Im Vergleich: 2014 wurden an Frühlings- und Volksfest zusammen 387 Hektoliter für 40 Cent weniger verkauft.

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