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Sie streiten, lachen und lernen (v.l.): Ulli Lahmann-Völker als die tablettensüchtige S ingle-Frau Gabriele, Petra Engelhardt als die taffe Helene und Eva Dittler als die alleinerziehende Dessous-Fachverkäuferin Lulu.

Brucker Brett‘l zeigt, was ein Frauen-Trio bei Hundswetter macht

Im Hinterzimmer eines Pariser Cafés treffen drei Frauen aufeinander. Und weil es draußen so schüttet, verbringen sie gemeinsam einen ganzen Tag und eine ganze Nacht. Das Hinterzimmer steht tatsächlich in Biburg. Und zwar auf der Bühne des Brucker Brett’l, wo bis 23. April „Hundstage“ sind.

Biburg – Unter den Augen eines missmutigen Kellners reden, streiten, ränken, lachen die drei Damen – und lernen einiges über sich selber in dieser unfreiwilligen Schicksalsgemeinschaft. Als das „Hundswetter“ am nächsten Morgen durch ist, sieht die Welt für alle anders aus. Bei der Komödie der französischen Autorin Brigitte Buc gelingt den Laienspielern um Regisseurin Monika Märk wie gewohnt eine professionell anmutende Leistung.

Bei der Besetzung der drei Frauenrollen wurde sowohl optisch als auch stimmlich auf wunderbar unterschiedliche Typen geachtet. Mit wohldosierter Schnoddrigkeit und einer Portion Zynismus spielt Eva Dittler die Lulu, eine scheinbar coole, beziehungsunfähige, alleinerziehende Dessous-Verkäuferin. Ulli Lahmann-Völker wird im Spät-Hippie-Outfit zum frustrierten Single mit Hang zum Tablettenkonsum. Die Paraderolle aber ist die der Helene, umwerfend verkörpert von Petra Engelhardt.

Die berufstätige Ehefrau und Mutter sitzt tief in der typischen Falle des Alles-perfekt-machen-Wollens, hat es längst verlernt, auf die eigenen Bedürfnisse zu hören und wandelt demzufolge haarscharf am Rande des Nervenzusammenbruchs. Dem von der Frauenwelt enttäuschten Kellner (Markus Terpoorten) gehen die drei Damen mächtig auf die Nerven, doch auch ihn wird die Begegnung verändern.

Zugegeben, das Stück hat seine Längen. Und einen Innovationspreis gewinnt es auch nicht. Der Kommentar eines Premieren-Zuschauers („Das ist ein Tatsachenbericht“) brachte das ziemlich auf den Punkt. Doch dem souverän agierenden Darsteller-Quartett zuzusehen, macht trotzdem Spaß. Wenn Helene dem treulosen Ehemann vorgaukelt, sie erhole sich im Krankenhaus über Nacht von einem Schlaganfall („Mir geht es aber schon besser. Das ist ja nicht mehr wie früher, so ein Schlaganfall“), dann ist das einfach witzig. Und dass die Veränderung der Figur anhand ihrer sich wandelnden Handy-Klingeltöne nachgezeichnet wird, ist ein netter Gag und zeigt die Liebe zum Detail, mit der hier inszeniert wurde.

Ulrike Osman

Termine:

Weitere Vorstellungen von „Hundswetter“ sind an den Wochenenden 24. bis 26. März, 31. März bis 2. April, 7. bis 9. sowie 21. bis 23. April. Beginn ist jeweils am Freitag und Samstag um 20 Uhr und am Sonntag um 19 Uhr.

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