Der Brucker Künstler Guido Zingerl wird 75 Jahre alt

Fürstenfeldbruck - Guido Zingerl greht einen beschwerlichen Weg zwischen Wut und Resignation, Verzweiflung und Mitleid mit Menschen. Jetzt wird der Wahrsager unter den Malern 75 Jahre alt.

Guido Zingerl, am 19. Januar 1933 als Heinrich Scholz in Regensburg geboren, kennt keine Kompromiße, wenn es um seine Stellung in der Gesellschaft geht. Das war schon damals so, als er seine Arbeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Holzforschung an der Münchner Universität von einem Tag auf dem anderen aufgab und sich ab 1. Juli 1960 als freischaffender Maler, Zeichner und Karikaturist durchschlug. Und es ist heute noch so. Guido Zingerls Gemälde, Zeichnungen und vor allem die Karikaturen polarisieren nach wie vor. Sie erregen Ärgernis genauso wie seine Kampagnen gegen die wohlhabenden Privatisierer, Globalisierer und die mehr oder minder gottgesandten Repräsentanten öffentlicher Ämter in Bayern. Dafür wurde und wird Zingerl gleichermaßen beschimpft und hochgelobt.

Gewiss, Zingerls Karikaturen, Zeichnungen und Gemälde sind schwer zu ertragen. Sie fordern den Betrachter zum Dialog, zur Auseinandersetzung - auch mit dem von Zingerl geschaffenen Kosmos, in dem sich zahllose Lemuren tummeln, zähnebleckende Spießbürger, die ihre Vorurteile in Zipfelmützen sammeln, dummfeiste, brutale Machthabende. Er erzählt in seinen Bildern Geschichten, die manchen nicht gefallen mögen. Und dann gibt es den anderen Zingerl: Den einfühlsamen Maler von Landschaften jenseits aller Idylle, den hintergründigen Illustrator. Zingerl hat sich nun selbst ein Geburtstaggeschenk gemacht. Rechtzeitig wurde der Zyklus "Die sieben Todsünden" abgeschlossen, sowie seine Serie "In memoriam Alfred Kubin" und das Acrylbild Anamnesis Mundi.

Ausstellungen

Zum 75. Geburtstag planen die Museen der Stadt Regensburg eine große Retrospektivausstellung. Weitere Ausstellungen mit Werken von Zingerl finden in München (Rathausgalerie ab 13. März) und in Berlin statt.

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